Recycling (Forts.)

Ihr erinnert euch vielleicht noch an dieses Bild:

Ich hatte eine alte Transportpalette auseinandergenommen, und die Bretter aufgearbeitet um daraus eine weitere Holzkiste anzufertigen – als Geschenkverpackung, oder zur Aufbewahrung persönlicher Schätze.

Mittlerweile gibt es drei dieser Kisten – den Prototypen den ich bereits vorgestellt hatte, und zwei weitere aus dem Erlenholz der Palette. Hier noch mal der Werdegang der letzten, und kleinsten:

Ausgangspunkt waren, wie gesagt, ein paar wiedergewonnene Bretter – nicht gerade sehr schön anzusehen:

Nach dem Säubern und Glatthobeln kam aber ein wunderbares Farbspiel zum Vorschein, das eine Rolle als sichtbare Front verlangte:

Nicht einfach, denn das Brett war gewunden und die brauchbare Länge zu kurz um das komplette Muster einzubeziehen, und Geradehobeln hätte ausgerechnet die schönsten Stellen abgetragen. Hmm – was tun?

Dann kam mir aber die Idee das Brett so zu teilen dass sich das Muster über die Seite fortsetzt. Durch diese Teilung würde die Krümmung nicht so sehr ins Gewicht fallen, und ich könnte das Muster erhalten.

Ein weiteres Problem war das Verleimen des Deckels – die Kanten der Bretter quollen durch den Leim so ungleichmässig auf dass der Deckel eine kräftige Wölbung bekam (über 1cm!), noch bevor ich ihn einspannen konnte.

Bei solch einer Verformung hätte einfaches Pressen die Fugen schlicht wieder auseinander gerissen – also war ich gezwungen den Deckel über mehrere Tage immer wieder mit einem nassen Tuch anzufeuchten, und mit Steinen zu beschweren bis die Wölbung weitgehend verschwunden war, und ich den Rest glatthobeln konnte.

Um ihm Stabilität zu verleihen, entschied ich mich ausserdem den Rahmen aus Eichenholz anzufertigen.

Eine Quälerei, kann ich euch sagen: die Eiche ist hart aber spröde, und die Fasern liegen kreuz und quer, kräuseln sich, und überstehen vorsichtige Schnitte oft völlig unbeschadet – als hätte man das Werkzeug nicht mal dran gehabt. Aber ein Schlag zu kräftig – und das Werkstück bricht der Länge nach, aber nicht glatt, sondern unregelmässig und damit meistens irreparabel. Für kleinere Details ein ungeheur schwieriges – wenngleich dankbares – Material. Beeindruckende Stärke, wunderbares Muster, aber keine Manieren.

Aber wo ein Wille ist…

Nun ist das Erlenholz ja roh ziemlich blass, und man kann das Muster das mich so begeistert hatte kaum erkennen. Aber mit einer kräftigen orange-roten Beize kann man sie gut herausarbeiten.

Und mit ein bisschen Lack und Politur (und ein Tröpfchen Phantasie, wenn zur Hand) wird das hässliche Palettenholz als lavaspeiender Vulkan wiedergeboren:

🙂 Schick, oder?

Wo Rauch ist, da ist auch…

…Schinken!

Das Schinkenmachen wird ja gern zur Geheimwissenschaft erklärt, die nur von eingeweihten, erfahrenen Meistern der Fleischerkunst beherrscht werden kann.

Nachdem ich nun aber überraschenderweise einen Räucherofen geschenkt bekommen habe, muss ich damit ja auch was anstellen. Und da ein fein geräucherter, roher Schinken hierzulande nur sehr schwer (wenn überhaupt) zu kriegen ist, war es naheliegend…na ja, also dachte ich, ich probier’s einfach mal aus.

Natürlich behauptet jeder was anderes – der eine schwört auf diese Methode, ein anderer auf eine ganz andere, und selbstverständlich haben immer alle anderen Unrecht. Das mit dem „einfach“ war zunächst einmal sehr verwirrend.

In einem sind sich aber alle Quellen einig: am Anfang eines guten Schinkens steht immer ein erstklassiges Stück Fleisch. Wählerisch beim Fleisch zu sein ist wichtiger als das Rezept.

Ich beginne also mit einem besonders schönen Stück, etwa ein Kilo, fest, mit satter Fleischfarbe und feiner Maserung, unaufdringlichem Geruch, das weder trockene Ränder hat noch im Saft schwimmt – gehe weiter und suche nach einem noch besseren Stück.

Nach einer Weile schlägt mich der Gedanke dass mein Mangel an Kenntnis und Erfahrung bei der Herstellung möglicherweise selbst das beste Stück versauen könnte, und ich den Aufwand bei der Auswahl vielleicht besser im angemessenen Rahmen halten sollte. Ich reisse mich also zusammen, und das Stück was ich am Ende für perfekt halte sieht immer noch sehr ähnlich aus, und ist als „Schinkenbraten“ ausgewiesen.

Ich wasche es gründlich, reibe es trocken, lasse es eine Weile ruhen, und mache mich dann ans Einsalzen. Nitritsalz (35g per Kilo), Puderzucker (4g per Kilo), Pfeffer, Piment, Knoblauch, Kümmel und eine Prise Thymian – alles genau abgewogen und gründlich durchgemischt.

Ich massiere die Mischung gründlich ins Fleisch ein, so dass kein Fleckchen mehr ohne Salz ist. Anschliessend kommt alles in eine Plastetüte, die Luft raus, und fest verschliessen. Dann schnüre ich das Paket noch kreuzweise ganz fest zusammen, und packe es in den Kühlschrank. Und dann…

….warten, wenden, warten, wenden, warten, wenden…drei Wochen lang.

Nach etwa einem Tag hat sich ein wenig klare, bernsteinfarbene Flüssigkeit in der Tüte gebildet, wie erwartet. Diese Flüssigkeit sollte klar bleiben und ihre Farbe behalten – wird sie trüb, ist was faul. Mit der Zeit verändert sich die Farbe des Fleisches allmählich von Fleischfarbig-Rosé nach Rot, auch das wie erwartet – bei anderen Farbveränderungen hätte ich mir Sorgen gemacht.

Am Ende der drei Wochen nehme ich das Stück heraus, wasche es gründlich ab und salze noch einmal ein wenig nach. Es riecht nach wie vor gut, und ist durchgehend fest. Ich ziehe eine Schnur durch das Ende und hänge das Fleischstück im Keller auf.

In den ersten Stunden bilden sich noch ein paar Wassertropfen, und das Salz an der Oberfläche verschwindet. Nach einem Tag ist das Fleisch an der Oberfläche trocken, und die Farbe geht sehr deutlich in ein kräftiges Rot über.

Nach einem weiteren Tag sieht man deutlich wie das Stück schrumpft – und die Wage zeigt jetzt etwa 780g (von ursprünglich 990g). Die Oberfläche ist nun hart, und die rote Farbe wird immer dunkler.

Am nächsten Tag (bei 750g) beginne ich mit dem Kalträuchern. Ich verwende Buchenspäne aus eigener Herstellung, und mische ein paar zerstossene Wacholderbeeren darunter. Nach etwa 10 Stunden mache ich eine Pause und hänge den Schinken für einige Stunden an die frische Luft.

Nach etwa vier Durchgängen von Räuchern und Lüften sieht das Stück verführerisch lecker aus – kräftiges Dunkelrot mit honigfarbenen Fettstreifen und es duftet dass mir das Wasser im Mund zusammenläuft. Es wiegt nun 680g, und ist sehr fest.

Aber noch ist es nicht soweit…zunächst einmal wird der Schinken noch in Papier eingeschlagen und kommt für ein paar Tage in den Kühlschrank (oberes Fach!).

Warten…warten…warten…immer mal wieder dran riechen und vor Neugier platzen…warten…eine gute Woche (oder vielleicht zwei?)

Nein, eine – dann hab ich’s nicht mehr länger ausgehalten. Schnitt.

Wow! Mmmh…Oh, wie gut!

Nun ja, nun – knapp drei Wochen später – ist das Stück leider schon fast aufgegessen. Wirklich schwer zu widerstehen.

Also noch einmal das Ganze – Fleisch kaufen, Einsalzen, Räuchern…Mitte August ist dann die nächste Premiere 🙂

Macht Spass, ist weit weniger schwierig als ich dachte, nun ja – fordert definitiv die Geduld heraus, und schmeckt ausgesprochen…mmmh. Also sehr zu empfehlen 🙂

Aber hey – keine Garantien für diese Anleitung – ich bin ja kein Fachmann! Bitte selber nachdenken, unbedingt noch mal in anderen Quellen informieren und meine Fehler hier nicht nachmachen! Und ganz wichtig: immer und ständig auf Hygiene achten, und das Fleisch bei ersten Anzeichen von Fäulnis, Insektenbefall oder grünem Schimmel unbedingt wegwerfen!

Dach überm Kopf

Nun muss ich einiges nachholen hier…

Mit dem Mai kam das Grossprojekt des Jahres – das Dach. Seit unserem Einzug hatten wir schon geplant das Dach neu zu decken, hatten es aber immer wieder hinausgeschoben. Aber nun war es soweit – und da sich kein Handwerker fand der den Job machen wollte, mussten wir selbst Hand anlegen.

Zwar war das Dach in seiner Substanz in Ordnung, aber es hatte bereits 60 Jahre gedient und war – so nahmen wir an – noch nie überholt worden. Es gab erste Anzeichen von beginnenden Schwächen und Schäden, und es war einfach Zeit das Risiko auszuschalten.

Wir hatten ja bereits im letzten Jahr wenig geübt – am Dach des Aussenhauses. Aber dieses hier war noch einmal eine ganz andere Grössenordnung: sehr viel grösser, höher und mit einigen Schikanen.

Die erste Schikane war das Gerüst – nun gibt es zwar ausleihbare Gerüste, aber eines in der erforderlichen Grösse und vor allem Höhe konnte uns keiner geben. Reserviert für Profis und Firmen, sorry. Also haben wir uns ein paar Elemente privat ausgeliehen, und dann mit ein wenig Eigenbau in Holz und ganz vielen Leitern ergänzt.

Dann konnte es losgehen, zunächst auf der Rückseite des Hauses – welche den Vorteil des begehbaren Terrassendachs hat, also jede Menge Steh- und Ablagefläche:

Nach dem Herunternehmen der Dachziegel zeigte sich die Dachpappe in einem sehr verschlissenen Zustand, mit vielen Rissen und Löchern. Die Dachlatten waren alle noch fest und stabil begehbar, aber ein paar der Bretter darunter waren am Rand bereits morsch und zerbröselten bei der ersten Inspektion, einschliesslich Dreikantleiste und Giebelbrett. Nun ja…

Die grösste Herausforderung dabei sollten die Giebelbretter werden – da wir ja die Giebelseite nicht einrüsten konnten und deshalb von aussen – in bis zu zehn Metern Höhe – gar nicht herankamen, aber trotzdem einige davon austauschen, und sowieso alle streichen mussten. Hmm…

Das Problem war zunächst die alten Giebelbretter abzureissen – zwar brachen und zerbröselten sie an einigen Stellen ganz schnell und einfach, sassen dafür aber an anderen Stellen umso fester, mit den üblichen 100mm heimwerker-resistenten Nägeln.

Zum Anbringen der neuen Giebelbretter verwendeten wir dann auf der Rückseite aufgeschraubte Klötzchen, mit denen wir sie zunächst behelfsmässig von oben befestigen konnten – um sie dann vom Dach aus über die Kante festzuschrauben. Das ging ganz gut, solange man die Höhe ignorierte.

Am Unterdach waren einige der Bretter am Rand durchgemodert, und mussten bis auf die zweite Sparre ausgetauscht werden. Interessanterweise hatten die Originalbretter unterschiedliche Breiten – mal 90mm, mal 120mm – aber das Austauschmaterial war natürlich nur in 90mm zu haben, deshalb richtete sich das Ausmass der Reparatur nicht nur nach der Grösse des Schadens, sondern musste auch rechnerisch aufgehen (3×120 = 4×90). Am Ende waren dann natürlich doch 7mm zuviel – warum auch immer – und forderten unsere Sägekünste ganz schön heraus.

Nach Abschluss aller Reparaturen kamen dann die restlichen Latten herunter. Was für ein Job! Zwar liessen sich die Latten problemlos abreissen, aber massenhaft Dreck und feiner Sand, die sich über die Jahrzehnte dazwischen abgelagert hatten, wurden dadurch dem Wind überlassen – der sie uns natürlich nach Lust und Laune in jede erdenkliche Kleidungs- und Körperöffnung blies. Eine elende Sauerei – na ja, Augen zu (Mund auch) – und durch!

Damit war die Dachseite dann fertig zum Neudecken. Zunächst einmal zogen wir neue Unterlagspappe und Dachlatten drauf – alles von Hand (japp, alles von Hand genagelt). Dauerte seine Zeit, wurde aber richtig gut und dicht – und direkt von höherer Instanz mit einem kräftigen Regenguss auf Qualität getestet:

Soweit – so gut. Aber dann kam die grosse Frage: wie kriegen wir denn nun die zweieinhalb Tonnen Betongziegel da hoch?

Nicht dass wir nicht wussten welche Art Hilfsmittel es gibt – sie waren nur für uns ganz einfach nicht zu kriegen. Also blieb nur die Antwort: wie im alten Ägypten! Man nehme einen Sklaven (also mich selbst) und dann Paket für Paket, per Hand über die Leiter hinauftragen. Einhunderteinundzwanzig Mal die Leiter herunter und mit 20kg mehr in der Hand wieder hinauf.

Na ja – und zwischendurch natürlich immer wieder rauf aufs Dach und verteilen und auslegen, Reihe für Reihe, Zentner für Zentner, an den Schikanen auch noch Ziegeln kürzen, …tagein, tagaus, und immer mit Schlechtwetterprognise im Nacken.

Sagen wir’s mal so: es ging 😉 Definitiv nichts zum Zweimalmachen, aber wir wurden fertig.

Will sagen – mit der einen Dachseite. Aber da war ja noch die zweite…herrjeh…

Also noch einmal von vorn: Gerüst aufstellen, diesmal ohne die Bequemlichkeit des Terrassendachs.

Dann erstmal abdecken und sehen was da so zum Vorschein kommt:

Auch hier dasselbe Bild: löchrige Pappe, durchgemoderte Bretter am Rand des Unterdachs:

Nachdem wir auch diese Seite ausgebessert und saubergemacht hatten, konnten auch hier wieder neue Pappe und Latten aufgezogen werden. Eine zusätzliche Herausforderung bildeten die beiden Dachfenster, die sich auch noch ausgerechnet an der Stelle befanden wo wir kein Gerüst stellen konnten. Was für eine Kletterpartie!

Aber auch das ging vorbei, und dann war es wieder so weit:

…und wie nun wieder die Ziegel raufbringen? Diesmal war Hinauftragen von Hand keine Option: die Knie schmerzten viel zu sehr, mittlerweise war es Anfang Juni und schon viel zu warm, und mit der Kletterpartie über und unter den Fenstern war das auch viel kompliziert.

Aber wir hatten Glück und konnten nun endlich einen Ziegel-Lift ausleihen (im Bild oben links), was uns die Sache doch enorm erleichterte. Damit waren in nur zwei Tagen alle Ziegel oben und gelegt:

Das war also der Mai 2016 für uns – und der Grund für diese lange Blog-Pause.

Recycling

Hin und wieder fällt ein bisschen Holz ab zum Ausprobieren von Ideen.

Dieses Mal habe ich versucht eine kleine Truhe zu bauen, als Prototyp für ein Geschenk:

Für die Seiten habe ich das übliche Kiefernholz verwendet, und für den Deckel eine Platte aus stabverleimtem Birkenholz.

Ist natürlich nicht perfekt, war aber eine gute Übung – hab wieder einmal viel dazugelernt. Das eigentliche Werkstück wird ein bisschen kleiner, wird aber ansonsten dieselbe Konstruktion haben.

Hier ist das Ausgangsmaterial:

Diese Bretter stammen von einer Lastpalette aus einer Möbellieferung. Sie sind ein bisschen grob gesägt und verwittert, aber dafür sauber (keine Ölflecken), und laut Hersteller frei von chemischen Impregniermitteln (lediglich wärmebehandelt).

Nach ein bisschen Säubern und Glatthobeln kommt dann wunderbar rötlich schimmerndes Erlenholz zum Vorschein:

Erlenholz, weil es so leicht ist – macht Sinn für Paletten: weniger Gewicht = weniger Treibstoffverbrauch. Für meine Zwecke macht das auch Sinn: die Kiste wird also leicht, ich brauche kein teures Holz zu kaufen, und mit ein bisschen Beize kann man Erlenholz wirklich sehr edel aussehen lassen.

Nur ein Deckel aus Birke macht hier keinen Sinn – der wäre viel zu schwer und würde die Kiste glatt umreissen. Muss mir also was anderes ausdenken.

Aber davon sind wir sowieso noch ein gutes Stück entfernt – erstmal alle Teile gerade und auf Mass hinbekommen…hier gibt es nämlich keine zwei gleichen Ausgangsmasse. Das Holz ist nur grob gesägt, die Bretter krumm, die Abweichungen betragen bis zu einem Zentimeter in der Breite, und mehrere Millimeter in der Dicke, und so gut wie keine der Kanten ist rechtwinklig.

Also dann wollen wir mal…

Frühling

Endlich ist es richtig Frühling! Hunderttausende kleine blaue Feen bevölkern den Waldboden:

…und wenn die da sind, dann kommen sie alle. Der Winter war lang, still, grau und dunkel – aber nun schlägt das ins genaue Gegenteil um. Ein Überfluss an Farbe und Lebenskraft, Vogelgezwitscher, Möwengeschrei, und Kinder überall.

Die Meise hämmert den halben Tag in ihrem Nistkasten herum – als würde sie Bilder aufhängen oder Regale anbringen 😀 Keine Ahnung was sie da treibt, aber auf jeden Fall ist sie jetzt eingezogen und scheint für Nachwuchs zu planen.

Die Elstern haben ihr Nest dieses Jahr im Apfelbaum des Nachbarn gebaut. Ein gewaltiges Gebäude ist das immer, mit zwei Eingängen, Vordach und Balkon (kein Witz!). Es fällt natürlich im Herbst immer in sich zusammen und vom Baum herunter, aber der Nestbau selbst ist ein Hingucker.

Die beiden Elstern – die übrigens ihr Leben lang zusammenbleiben, und schon länger in unserer Nachbarschaft nisten als wir hier wohnen – sammeln im Frühjahr alles nur denkbare Baumaterial zusammen: kleine Zweige (die sie zur Not auch vom Baum abreissen), Steinchen, Glasscherben, Stoffetzen die sie von der Fahne abreissen, Lego-Teile aus dem Sandkasten und natürlich die grellbunt gefärbten Federn vom Osterstrauch…und stapeln sie ganz oben im noch kahlen Baum zu einem protzigen Gebilde auf dass man schon von Weitem als Elsternest erkennt. Sehr stabil ist es nicht: immer wieder fallen Teile herab und müssen wieder hinaufgetragen oder ausgetauscht werden.

Natürlich lassen die beiden ihr Nest keine Sekunde aus den Augen. Jeder der sich auch nur dem Baum nähert wird von zwei Seiten gleichzeitig attackiert, mit lautem Gezeter und Tiefflug-Drohgebärden – bis er sich hinter die unsichtbare Demarkationslinie zurückzieht. Mich lassen sie allerdings in Ruhe, nachdem ich ihnen im vorigen Jahr einmal ein paar Apfelstücke geschenkt hatte – vergesslich sind die Vögelchen nicht, und dankbar sind sie auch: im Gegenzug brachten sie mir nämlich ein paar Fetzen rotglänzendes Bonbonpapier.

Nun ja – warm und sonnig ist es auch geworden. Da schmeissen sich auch gleich die Kreuzottern in ihre Sonnenstühle:

Wie jedes Jahr um diese Zeit konnte Katerchen es natürlich nicht lassen mit ihnen zu spielen zu wollen. Wieso lernt er das denn nicht? Ist schon das dritte Mal! Gott sei Dank macht den Katzen das Kreuzottergift nicht so viel aus (ausser dass es höllisch wehtut) – aber die infizierten Bisswunden sind natürlich jedesmal hässlich.

Apropos Kerzenwachs…

Ja, das sieht jetzt vielleicht albern aus – aber mit dem Zersägen der Kerze wird das Sägeblatt mit Paraffin eingewachst.

Danach gleitet die Säge leichter durch das Holz, was verhindert dass man zuviel Kraft aufwendet – und dadurch wiederum wird der Schnitt sauberer und die Säge „hackt“ nicht.

Leider reibt sich das Wachs schnell ab, so dass man die Sache schon nach ein paar Schnitten wiederholen muss.

Stearinkerzen funktionieren übrigens nicht – die lassen sich zwar zersägen, hinterlassen aber kein Wachs auf der Säge sondern nur Späne auf dem Boden.

Einbau der Schubladen

Nun war es endlich soweit – fertig für den Einbau der Schubladen in den Küchenschrank. Zuerst einmal mussten natürlich die alten Fächer ausgebaut und der Schrank innen gestrichen werden.

Der anschliessende Einbau der Schienen war ein bisschen Fummelei in diesem engen Schrank – dafür braucht man nämlich zwei Hände, aber es war völlig unvereinbar mit meiner Anatomie gleichzeitig beide Arme in den Schrank zu strecken. Aber nach ein wenig Fluchen und Grübeln kam mir dann doch eine passende Idee, und nun ist’s geschafft:

Damit die Schubladen gut gleiten, habe ich die Schienen noch mit Paraffin eingewachst, und anschliessend ging es ans Einräumen…

Nun wird die Sache gleich viel bequemer – man muss nicht erst den halben Schrank ausräumen um an den hinteren Inhalt heranzukommen, und von oben hat man einen guten Überblick und muss nicht lange suchen.

Noch einmal zum Vergleich vorher-nachher:

Schönes Projekt – hat Spass gemacht 🙂

Als nächstes ist der Schrank links daneben dran – im Prinzip dasselbe Problem, und eine ähnliche Lösung. Allerdings muss dort die unterste Schublade erheblich mehr Gewicht tragen (einen Stapel Teller), und bin ich nicht so sicher ob die Holzschienen dafür ausreichend dimensioniert sind. Um sie grösser machen zu können, müsste ich sie aber unter der Schublade montieren, und gleichzeitig wäre aber die Reibungsfläche sehr viel grösser – was bei dem Gewicht nicht gerade hilfreich ist.

Mal sehen – eventuell ist eine Rollschiene aus Metall dafür besser geeignet.

Zeit für’s Finish

So – die 24 Stunden sind rum, die Beize ist trocken. Zeit für die Firniss.

Damit sie richtig glatt wird und nicht läuft, muss man sie in mehreren dünnen Schichten auftragen. Vor dem Auftragen der nächsten Schicht wird die vorherige jeweils ein wenig mit feiner Stahlwolle angerauht, nur soviel dass sie matt wird und eventuell sichtbare Unebenheiten verschwunden sind.

Die Firniss macht die Färbung deutlich dunkler und hebt die Holzmaserung noch stärker hervor. Da Kiefernholz von Natur aus starke Muster aufweist, ergibt sich diese dramatische Optik – im starken Kontrast zur seidenmatten weissen Innenseite.

Käsesuppe

Ich bin zwar kein Meisterkoch, aber hin und wieder schwinge ich auch mal den Kochlöffel.

Die Käsesuppe ist eines der einfachsten Rezepte – kostet wenig, geht schnell, schmeckt gut und macht satt. Hier mal als kleine Bilderanleitung zum Nachkochen…

Man nehme:

  • ein Pfund gemischtes Hackfleisch
  • eine Stange Lauch
  • eine grosse Zwiebel
  • einen dreiviertel Liter Brühe
  • eine Handvoll Pilze
  • Salz, Pfeffer, Kräuter nach Wunsch
  • Knoblauch-Baguette

…ja, und natürlich Käse – etwa ein halbes Pfund gewöhnlichen Schmelzkäse ohne Kräuter (vielleicht nicht unbedingt den fettärmsten, wenn man’s vermeiden kann).

Die Pilze hier habe ich selbst gesammelt und getrocknet – eine Mischung aus Steinpilzen, Rotkappen, krause Glucke, Heringstäubling und Schmierling. Bevor ich sie verwenden kann, müssen sie eine halbe Stunde im Wasser liegen – sonst sind sie ziemlich knusprig 😉

Man kann natürlich auch frische Pilze oder welche aus der Dose nehmen – ganz nach Wunsch.

Zunächst einmal wasche und schneide ich den Lauch, und schäle die Zwiebel und hacke sie grob. Der Lauch wäscht sich übrigens leichter wenn man ihn einmal längs durchschneidet – aber das wusstet ihr sicher schon.

Als nächstes erhitze ich einen Esslöffel Öl in einem Topf und schwitze darin die Zwiebel an.

Ist die Zwiebel glasig, gebe ich die Pilze dazu. Das Wasser in dem die Pilze zum Quellen lagen, schütte ich natürlich vorher weg.

Anschliessend gebe ich Stück für Stück das Hackfleisch dazu. Stückweise, damit das kalte Hackfleisch nicht schlagartig das Öl abkühlt, sondern schön darin geröstet wird. Immer fleissig umrühren damit es nicht anbrennt.

…bis das ganze Hackfleisch schon gleichmässig durchgebraten ist.

Dann kommt der Lauch dazu, und wird noch einen Moment mitgeröstet.

Unter dessen füge ich die Kräuter dazu – ich nehme meist ein bisschen Thymian und ein bis zwei Blätter getrockneten Salbei sowie ein wenig Majoran. Für den etwas zwiebelempfindlichen Darm empfehle ich ausserdem eine Prise gemahlenen Kümmel – aber nicht so viel dass man ihn herausschmeckt.

Wenn der Lauch beginnt weich zu werden, wird alles mit der (heissen!) Brühe aufgegossen.

Dass ganze gut durchrühren und anschliessend für 10 Minuten auf kleiner Flamme weiterköcheln lassen.

In der Zwischenzeit bereite ich das Knoblauchbaguette vor… 🙂

Zum Schluss gebe ich den Schmelzkäse dazu.

Ja – das ganze Paket 😉 und dann rühren, rühren, rühren bis der Käse aufgelöst ist.

Dann noch mit Salz und Pfeffer abschmecken – aber vorsichtig mit dem Salz: der Käse enthält bereits sehr viel Salz, also nur nachsalzen wenn unbedingt nötig!

Fertig!