Früh reckt sich…

…was ein richtiger Habanero werden will.

Ja, die Gartensaison hat wieder begonnen – dieses Jahr mit ein paar südamerikanischen Gästen. Dieser hier ist ein Habanero „hot chili“, das wahre Geheimnis der feuerspeienden Drachen:

Habanero

Daneben stand erst noch ein Trinidad Scorpion, aber da sich selbst der Habanero vor ihm fürchtete musste er ins Kellerfenster umziehen.

Habaneros mögen es sonnig und trocken. Diesen Winzling hier (vier Wochen alt) habe ich erst zweimal leicht mit der Sprühflasche angefeuchtet, und dazwischen den Topf jeweils komplett austrocknen lassen – und er verzieht keine Mine.

Rosenkohl und Tomaten sonnen sich auch schon auf der Fensterbank, und der Feldsalat vom Winter musste schon das Gewächshaus räumen für die Frühjahrssaat. Und vielleicht, wenn alles klappt, kommen am Wochenende die Zwiebeln in die Erde.

Das wird meine beiden Elstern ziemlich ärgern, denn noch können sie aus den Beeten allerlei Baumaterial für ihr Nest sammeln – wie jedes Jahr ein enormes Bauwerk mit zwei Etagen, Balkon und separatem Hintereingang. Die Wände bestehen teilweise aus sorgfältig mit dem Schnabel auf Maß gearbeiteten Fliederzweigen – ich durfte neulich nämlich zusehen wie sie diese gemeinsam abgepflückt und vorbereitet haben.

Interessant dabei war vor allem wie die beiden zusammenarbeiteten, der eine pflückte die Zweige, der andere begutachtete und sortierte sie, schnitt und bog sie in eine bestimmte Form, und brachte sie anschliessend einzeln zum Nest. Über eine Stunde lang waren sie beschäftigt, denn Flieder ist wirklich widerspenstig und zäh (ich hab auch schon mit dem Material gearbeitet – macht Werkzeug stumpf).

Trotz all dieses Aufwands bewohnen sie das Nest aber – soweit ich das beobachtet habe – immer nur etwa für ein halbes Jahr, danach schlafen sie wieder mit den anderen Elstern im Gemeinschaftsbaum. Im Revier bleiben sie trotzdem das ganze Jahr und kommen jeden Tag zum Futtersammeln, nur das Nest ist im Winter unbewohnt.