Die Farbe

Nun will ich mal verraten wie die Schubladen ihren Farbton bekommen. Dazu braucht man Beize, Lack, Firniss und ein paar Tage Geduld.

Ich beginne mit dem sorgfältigen Abkleben der Kanten mit Malertape:

Da die Kanten gerundet sind, braucht es hier und da ein Lineal um das Tape gerade hinzubekommen.

Auch rund um das Griffloch wird abgeklebt – dazu klebe ich einfach quer drüber und schneide dann das Loch mit einem scharfen Messer aus so dass ich von beiden Seiten mit dem Pinsel herankomme.

Dann wird die Innenseite mit weissem Lack gestrichen:

Durch die erste Lackschicht schimmert noch die Holzmaserung durch, was sich optisch sehr gut macht, wenn man es denn gleichmässig hinbekommt. Allerdings ist so eine einfache Lackschicht nicht sehr belastbar, und hier handelt es sich schliesslich um einen Küchenschrank wo mehrmals am Tag Dinge ein- und ausgeräumt werden.

Also bringe ich noch eine zweite Lackschicht auf. Fasern die durch den wasserbasierten Lack aufgequollen sind und sich aufgestellt haben, trage ich vorher ich mit ein wenig Stahlwolle ab, sonst wird die Oberfläche rauh.

Hochglänzender Lack ist natürlich kratzfester und einfacher sauber zu halten – aber ich verwende hier matten Lack als Kontrast zur später hochglänzenden Aussenseite. Das ist okay – der Inhalt des Schranks ist leicht, ohne scharfe Kanten und in der Regel sauber 😉

Danach wird vorsichtig das Tape entfernt.

Das Tape kann unsichtbare Kleberreste hinterlassen und beim Abziehen Faserenden anheben – was zu ungleichmässiger Färbung und Unebenheiten im Lack führen kann. Deshalb gehe ich noch einmal mit Stahlwolle über die Aussenseite und Kanten bevor es ans Färben geht.

Zum Färben verwende ich eine rötlich-braune Beize auf Leinölbasis. Die wird einfach mit einem Läppchen gleichmässig in Faserrichtung auf die Oberfläche gewischt.

Macht man sich dabei die Finger schmutzig, muss man genau aufpassen was man berührt – die Beize färbt unmittelbar und lässt sich von porösem Material auch nicht mehr entfernen. Insbesondere die weisse Innenseite sollte man ausser Reichweite halten (umdrehen!) – die dunkle Beize lässt sich auch mit gutem Lack nicht überdecken.

Durch das Öl wird die Farbaufnahme absolute gleichmässig, allerdings braucht es mindestens einen Tag zum Trocknen. Ausserdem glättet das Wischen mit dem Öl die Öberfläche.

Anschliessend trage ich noch 2-3 Schichten Firniss auf und poliere die Aussenseite dann mit ein wenig Wachs auf Hochglanz. Aber dazu muss die Beize erst völlig trocken sein – mindestens 24 Stunden – sonst hinterlässt der Pinsel helle Schlieren die sich anschliessend nicht mehr ausbessern lassen.