Hundstage

Hundstage – so genannt weil…? Keine Ahnung.

Bei 32 Grad im Schatten wird aus dem Labrador eine Art Robbe – unsere Spaziergänge bestehen aus kurzen Sprints von einer schattigen Badestelle zur nächsten, und manchmal verlässt Masha dazu nicht einmal das Wasser: ich laufe am Seeufer entlang, während sie nebenher schwimmt oder watet.

Die Attraktion dieser Tage sind die Touristen, und ihre Hunde. Das Strandbad ist voll, überall wird gegrillt, es gibt so viel zu beschnüffeln und zu erforschen (und zu fressen)…völlig undenkbar dass wir uns im kühlen Haus verkriechen und die Hitzewelle aussitzen bzw. -liegen sollten.

Auf einer unbefestigten Straße am Waldrand steht ein mächtiger Volvo Kombi quer geparkt – dem Fahrer sind solche Straßen offenbar völlig fremd. Zu der feingekleideten Gesellschaft die aus dem Falschparker steigt gehört auch ein frischgewaschener und frisierter Springerspaniel, der sofort freudig loskläfft und im Kreis herumhüpft als er Masha entdeckt.

”Ich glaube er will lieber nicht Hallo sagen”…warnt das Frauchen mit dem Seidenschal, während sie Mühe hat die Leine zu halten. Ihr Hund ist ganz offensichtlich anderer Meinung – er kriegt das Maul nicht zu und kann die Pfoten vor lauter Schwanzwedeln kaum auf dem Boden halten.

Oh nein – er will viel mehr als nur Hallo sagen.

Er sieht vor sich einen wunderbaren Traum: Wasser, Wald, Freiheit und eine ebenso gut aussehende wie riechende Spielkameradin. Losrennen will er, mit einem Riesensatz von diesem Steg dort ins Wasser platschen, sich mit ihr im Schlamm wälzen, durch den Wald rennen…alles an ihm zeigt die große Sehnsucht, und das Glück ist so zum Greifen nahe.

Aber Frauchen ist nicht gekleidet für die Begegnung mit dem triefnassen, leicht modrig riechenden Labrador-Mädchen, das gerade ein dekoratives Muster von einer Million Schlammspritzern auf den auf Hochglanz polierten Volvo gezaubert hat. Frauchen’s Tochter hält sich erschrocken die Hand vor den Mund.

Ooops…

Vor sich hin fluchend, zerrt Frauchen Hund und Familie hinauf zum Uferweg, der eigens für solche Leute asphaltiert wurde. Auch gut…dann finden sie sicher auch den zugehörigen Parkplatz, der sich am anderen Ende des Weges befindet.

Stadtmenschen. Na denn…willkommen im Wald 😀

Beware – here there be wild things!