Oder auch nicht

Was habe ich da geschrieben – Dürre?

Am Tag nach meinem letzten Eintrag drehte der Wind auf Süd bis West, und brachte feuchte – wenngleich kalte – Luft zu uns, und es begann zu regnen. Und es regnete und regnete, den ganzen Mai über.

Fluss und See sind wieder gut aufgefüllt, und rundum ist es grün geworden. Vor allem den Bäumen hat der Wassernachschub sichtbar gut getan. Aber die Blüten liessen dank der Kälte auf sich warten – und viele Bienen, vor allem Solitärbienen, sind schlicht verhungert.

Jetzt, drei Wochen später als sonst, blüht deutlich mehr als in den meisten Jahren – allerdings sind es auch durchschnittlich andere Arten, die in diesem Jahr die Blütezeit dominieren.

Ich habe noch eine Linde gepflanzt.

Ursprünglich sollte an der Stelle ein Fächer-Ahorn wachsen, aber der hatte den Winter nicht überlebt. Die Wahrscheinlichkeit dass ein weiterer Versuch mit Fächer-Ahorn zum gleichen Ergebnis führt ist eher hoch – also haben wir uns nach etwas robusterem umgesehen, und dabei kamen wir auf entweder Birke oder Linde.

Eine Birke ist schön, aber kein sehr effektiver Schattenspender – doch genau darum geht es an diesem Platz: Mikroklima. Der Garten ist nach wie vor zu offen, es gibt fast keine Schattenplätze.

Eine erwachsene Birke deren lichte Krone irgendwo sieben, acht Meter über dem Boden beginnt, schafft auf Bodenniveau genauso viel Raum wie ein Fahnenmast. Peter hat so eine in seinem Garten: zwei Stämme, gut zwanzig Meter hoch, ein wunderbarer Baum – aber gegen Sonne, Wind und Regen so hilfreich wie eine Spitzengardine.

Eine Linde dagegen schafft schon als relativ junger Baum mit ihrer dichten Krone ein effektives Dach mit sowohl Sonnen- als auch Windschatten, und genau das braucht es hier.

Na ja, zugegeben – Linden sind schlicht meine Lieblingsbäume, und das war letztlich ausschlaggebend.

Nun, da wir jetzt zwei Linden haben, sollten wir ihnen Namen geben. Wer einen Namen hat, hat auch eine Geschichte – und aus Geschichten wird die Ewigkeit gemacht.

Vorschläge sind willkommen.