Monat: April 2016

Recycling

Hin und wieder fällt ein bisschen Holz ab zum Ausprobieren von Ideen.

Dieses Mal habe ich versucht eine kleine Truhe zu bauen, als Prototyp für ein Geschenk:

Für die Seiten habe ich das übliche Kiefernholz verwendet, und für den Deckel eine Platte aus stabverleimtem Birkenholz.

Ist natürlich nicht perfekt, war aber eine gute Übung – hab wieder einmal viel dazugelernt. Das eigentliche Werkstück wird ein bisschen kleiner, wird aber ansonsten dieselbe Konstruktion haben.

Hier ist das Ausgangsmaterial:

Diese Bretter stammen von einer Lastpalette aus einer Möbellieferung. Sie sind ein bisschen grob gesägt und verwittert, aber dafür sauber (keine Ölflecken), und laut Hersteller frei von chemischen Impregniermitteln (lediglich wärmebehandelt).

Nach ein bisschen Säubern und Glatthobeln kommt dann wunderbar rötlich schimmerndes Erlenholz zum Vorschein:

Erlenholz, weil es so leicht ist – macht Sinn für Paletten: weniger Gewicht = weniger Treibstoffverbrauch. Für meine Zwecke macht das auch Sinn: die Kiste wird also leicht, ich brauche kein teures Holz zu kaufen, und mit ein bisschen Beize kann man Erlenholz wirklich sehr edel aussehen lassen.

Nur ein Deckel aus Birke macht hier keinen Sinn – der wäre viel zu schwer und würde die Kiste glatt umreissen. Muss mir also was anderes ausdenken.

Aber davon sind wir sowieso noch ein gutes Stück entfernt – erstmal alle Teile gerade und auf Mass hinbekommen…hier gibt es nämlich keine zwei gleichen Ausgangsmasse. Das Holz ist nur grob gesägt, die Bretter krumm, die Abweichungen betragen bis zu einem Zentimeter in der Breite, und mehrere Millimeter in der Dicke, und so gut wie keine der Kanten ist rechtwinklig.

Also dann wollen wir mal…

Frühling

Endlich ist es richtig Frühling! Hunderttausende kleine blaue Feen bevölkern den Waldboden:

…und wenn die da sind, dann kommen sie alle. Der Winter war lang, still, grau und dunkel – aber nun schlägt das ins genaue Gegenteil um. Ein Überfluss an Farbe und Lebenskraft, Vogelgezwitscher, Möwengeschrei, und Kinder überall.

Die Meise hämmert den halben Tag in ihrem Nistkasten herum – als würde sie Bilder aufhängen oder Regale anbringen 😀 Keine Ahnung was sie da treibt, aber auf jeden Fall ist sie jetzt eingezogen und scheint für Nachwuchs zu planen.

Die Elstern haben ihr Nest dieses Jahr im Apfelbaum des Nachbarn gebaut. Ein gewaltiges Gebäude ist das immer, mit zwei Eingängen, Vordach und Balkon (kein Witz!). Es fällt natürlich im Herbst immer in sich zusammen und vom Baum herunter, aber der Nestbau selbst ist ein Hingucker.

Die beiden Elstern – die übrigens ihr Leben lang zusammenbleiben, und schon länger in unserer Nachbarschaft nisten als wir hier wohnen – sammeln im Frühjahr alles nur denkbare Baumaterial zusammen: kleine Zweige (die sie zur Not auch vom Baum abreissen), Steinchen, Glasscherben, Stoffetzen die sie von der Fahne abreissen, Lego-Teile aus dem Sandkasten und natürlich die grellbunt gefärbten Federn vom Osterstrauch…und stapeln sie ganz oben im noch kahlen Baum zu einem protzigen Gebilde auf dass man schon von Weitem als Elsternest erkennt. Sehr stabil ist es nicht: immer wieder fallen Teile herab und müssen wieder hinaufgetragen oder ausgetauscht werden.

Natürlich lassen die beiden ihr Nest keine Sekunde aus den Augen. Jeder der sich auch nur dem Baum nähert wird von zwei Seiten gleichzeitig attackiert, mit lautem Gezeter und Tiefflug-Drohgebärden – bis er sich hinter die unsichtbare Demarkationslinie zurückzieht. Mich lassen sie allerdings in Ruhe, nachdem ich ihnen im vorigen Jahr einmal ein paar Apfelstücke geschenkt hatte – vergesslich sind die Vögelchen nicht, und dankbar sind sie auch: im Gegenzug brachten sie mir nämlich ein paar Fetzen rotglänzendes Bonbonpapier.

Nun ja – warm und sonnig ist es auch geworden. Da schmeissen sich auch gleich die Kreuzottern in ihre Sonnenstühle:

Wie jedes Jahr um diese Zeit konnte Katerchen es natürlich nicht lassen mit ihnen zu spielen zu wollen. Wieso lernt er das denn nicht? Ist schon das dritte Mal! Gott sei Dank macht den Katzen das Kreuzottergift nicht so viel aus (ausser dass es höllisch wehtut) – aber die infizierten Bisswunden sind natürlich jedesmal hässlich.