Monat: März 2016

Apropos Kerzenwachs…

Ja, das sieht jetzt vielleicht albern aus – aber mit dem Zersägen der Kerze wird das Sägeblatt mit Paraffin eingewachst.

Danach gleitet die Säge leichter durch das Holz, was verhindert dass man zuviel Kraft aufwendet – und dadurch wiederum wird der Schnitt sauberer und die Säge „hackt“ nicht.

Leider reibt sich das Wachs schnell ab, so dass man die Sache schon nach ein paar Schnitten wiederholen muss.

Stearinkerzen funktionieren übrigens nicht – die lassen sich zwar zersägen, hinterlassen aber kein Wachs auf der Säge sondern nur Späne auf dem Boden.

Einbau der Schubladen

Nun war es endlich soweit – fertig für den Einbau der Schubladen in den Küchenschrank. Zuerst einmal mussten natürlich die alten Fächer ausgebaut und der Schrank innen gestrichen werden.

Der anschliessende Einbau der Schienen war ein bisschen Fummelei in diesem engen Schrank – dafür braucht man nämlich zwei Hände, aber es war völlig unvereinbar mit meiner Anatomie gleichzeitig beide Arme in den Schrank zu strecken. Aber nach ein wenig Fluchen und Grübeln kam mir dann doch eine passende Idee, und nun ist’s geschafft:

Damit die Schubladen gut gleiten, habe ich die Schienen noch mit Paraffin eingewachst, und anschliessend ging es ans Einräumen…

Nun wird die Sache gleich viel bequemer – man muss nicht erst den halben Schrank ausräumen um an den hinteren Inhalt heranzukommen, und von oben hat man einen guten Überblick und muss nicht lange suchen.

Noch einmal zum Vergleich vorher-nachher:

Schönes Projekt – hat Spass gemacht 🙂

Als nächstes ist der Schrank links daneben dran – im Prinzip dasselbe Problem, und eine ähnliche Lösung. Allerdings muss dort die unterste Schublade erheblich mehr Gewicht tragen (einen Stapel Teller), und bin ich nicht so sicher ob die Holzschienen dafür ausreichend dimensioniert sind. Um sie grösser machen zu können, müsste ich sie aber unter der Schublade montieren, und gleichzeitig wäre aber die Reibungsfläche sehr viel grösser – was bei dem Gewicht nicht gerade hilfreich ist.

Mal sehen – eventuell ist eine Rollschiene aus Metall dafür besser geeignet.

Zeit für’s Finish

So – die 24 Stunden sind rum, die Beize ist trocken. Zeit für die Firniss.

Damit sie richtig glatt wird und nicht läuft, muss man sie in mehreren dünnen Schichten auftragen. Vor dem Auftragen der nächsten Schicht wird die vorherige jeweils ein wenig mit feiner Stahlwolle angerauht, nur soviel dass sie matt wird und eventuell sichtbare Unebenheiten verschwunden sind.

Die Firniss macht die Färbung deutlich dunkler und hebt die Holzmaserung noch stärker hervor. Da Kiefernholz von Natur aus starke Muster aufweist, ergibt sich diese dramatische Optik – im starken Kontrast zur seidenmatten weissen Innenseite.

Käsesuppe

Ich bin zwar kein Meisterkoch, aber hin und wieder schwinge ich auch mal den Kochlöffel.

Die Käsesuppe ist eines der einfachsten Rezepte – kostet wenig, geht schnell, schmeckt gut und macht satt. Hier mal als kleine Bilderanleitung zum Nachkochen…

Man nehme:

  • ein Pfund gemischtes Hackfleisch
  • eine Stange Lauch
  • eine grosse Zwiebel
  • einen dreiviertel Liter Brühe
  • eine Handvoll Pilze
  • Salz, Pfeffer, Kräuter nach Wunsch
  • Knoblauch-Baguette

…ja, und natürlich Käse – etwa ein halbes Pfund gewöhnlichen Schmelzkäse ohne Kräuter (vielleicht nicht unbedingt den fettärmsten, wenn man’s vermeiden kann).

Die Pilze hier habe ich selbst gesammelt und getrocknet – eine Mischung aus Steinpilzen, Rotkappen, krause Glucke, Heringstäubling und Schmierling. Bevor ich sie verwenden kann, müssen sie eine halbe Stunde im Wasser liegen – sonst sind sie ziemlich knusprig 😉

Man kann natürlich auch frische Pilze oder welche aus der Dose nehmen – ganz nach Wunsch.

Zunächst einmal wasche und schneide ich den Lauch, und schäle die Zwiebel und hacke sie grob. Der Lauch wäscht sich übrigens leichter wenn man ihn einmal längs durchschneidet – aber das wusstet ihr sicher schon.

Als nächstes erhitze ich einen Esslöffel Öl in einem Topf und schwitze darin die Zwiebel an.

Ist die Zwiebel glasig, gebe ich die Pilze dazu. Das Wasser in dem die Pilze zum Quellen lagen, schütte ich natürlich vorher weg.

Anschliessend gebe ich Stück für Stück das Hackfleisch dazu. Stückweise, damit das kalte Hackfleisch nicht schlagartig das Öl abkühlt, sondern schön darin geröstet wird. Immer fleissig umrühren damit es nicht anbrennt.

…bis das ganze Hackfleisch schon gleichmässig durchgebraten ist.

Dann kommt der Lauch dazu, und wird noch einen Moment mitgeröstet.

Unter dessen füge ich die Kräuter dazu – ich nehme meist ein bisschen Thymian und ein bis zwei Blätter getrockneten Salbei sowie ein wenig Majoran. Für den etwas zwiebelempfindlichen Darm empfehle ich ausserdem eine Prise gemahlenen Kümmel – aber nicht so viel dass man ihn herausschmeckt.

Wenn der Lauch beginnt weich zu werden, wird alles mit der (heissen!) Brühe aufgegossen.

Dass ganze gut durchrühren und anschliessend für 10 Minuten auf kleiner Flamme weiterköcheln lassen.

In der Zwischenzeit bereite ich das Knoblauchbaguette vor… 🙂

Zum Schluss gebe ich den Schmelzkäse dazu.

Ja – das ganze Paket 😉 und dann rühren, rühren, rühren bis der Käse aufgelöst ist.

Dann noch mit Salz und Pfeffer abschmecken – aber vorsichtig mit dem Salz: der Käse enthält bereits sehr viel Salz, also nur nachsalzen wenn unbedingt nötig!

Fertig!

Arbeitspferd

Kaum wird das Wetter frühlingshafter, stehen auch gleich typische Frühlingsreparaturen auf dem Programm – insbesondere Aussenspielzeug das nun wieder zum Einsatz kommen soll.

Dieses Rollerrad hatte es schwer erwischt. Nach vielen Monaten Sonne, Regen, Frost und Hitze, und unbarmherzigen Stössen und Sprüngen über Bordsteinkanten und wilden Fahrten durch Pfützen, Sand und über Schotterpisten hatten sich ein paar Speichen gelöst, und die Kugellager sassen fest. Kinderspielzeug muss viel aushalten…

Also wieder einmal alles in Einzelteile zerlegt, getrocknet, geputzt, geölt und geschmiert, und wieder neu zusammengebaut – nun kann es wieder weiter gehen! Bis zum nächsten Frühling 🙂 dann sieht’s sicher wieder genauso aus.

Die Farbe

Nun will ich mal verraten wie die Schubladen ihren Farbton bekommen. Dazu braucht man Beize, Lack, Firniss und ein paar Tage Geduld.

Ich beginne mit dem sorgfältigen Abkleben der Kanten mit Malertape:

Da die Kanten gerundet sind, braucht es hier und da ein Lineal um das Tape gerade hinzubekommen.

Auch rund um das Griffloch wird abgeklebt – dazu klebe ich einfach quer drüber und schneide dann das Loch mit einem scharfen Messer aus so dass ich von beiden Seiten mit dem Pinsel herankomme.

Dann wird die Innenseite mit weissem Lack gestrichen:

Durch die erste Lackschicht schimmert noch die Holzmaserung durch, was sich optisch sehr gut macht, wenn man es denn gleichmässig hinbekommt. Allerdings ist so eine einfache Lackschicht nicht sehr belastbar, und hier handelt es sich schliesslich um einen Küchenschrank wo mehrmals am Tag Dinge ein- und ausgeräumt werden.

Also bringe ich noch eine zweite Lackschicht auf. Fasern die durch den wasserbasierten Lack aufgequollen sind und sich aufgestellt haben, trage ich vorher ich mit ein wenig Stahlwolle ab, sonst wird die Oberfläche rauh.

Hochglänzender Lack ist natürlich kratzfester und einfacher sauber zu halten – aber ich verwende hier matten Lack als Kontrast zur später hochglänzenden Aussenseite. Das ist okay – der Inhalt des Schranks ist leicht, ohne scharfe Kanten und in der Regel sauber 😉

Danach wird vorsichtig das Tape entfernt.

Das Tape kann unsichtbare Kleberreste hinterlassen und beim Abziehen Faserenden anheben – was zu ungleichmässiger Färbung und Unebenheiten im Lack führen kann. Deshalb gehe ich noch einmal mit Stahlwolle über die Aussenseite und Kanten bevor es ans Färben geht.

Zum Färben verwende ich eine rötlich-braune Beize auf Leinölbasis. Die wird einfach mit einem Läppchen gleichmässig in Faserrichtung auf die Oberfläche gewischt.

Macht man sich dabei die Finger schmutzig, muss man genau aufpassen was man berührt – die Beize färbt unmittelbar und lässt sich von porösem Material auch nicht mehr entfernen. Insbesondere die weisse Innenseite sollte man ausser Reichweite halten (umdrehen!) – die dunkle Beize lässt sich auch mit gutem Lack nicht überdecken.

Durch das Öl wird die Farbaufnahme absolute gleichmässig, allerdings braucht es mindestens einen Tag zum Trocknen. Ausserdem glättet das Wischen mit dem Öl die Öberfläche.

Anschliessend trage ich noch 2-3 Schichten Firniss auf und poliere die Aussenseite dann mit ein wenig Wachs auf Hochglanz. Aber dazu muss die Beize erst völlig trocken sein – mindestens 24 Stunden – sonst hinterlässt der Pinsel helle Schlieren die sich anschliessend nicht mehr ausbessern lassen.

Aller guten Dinge sind drei

Ein herrliches Vorfrühlingswochenende mit strahlendem Sonnenschein unter blauem Himmel – und das Eis ist schon fast weg!

Ich habe gleich die Gelegenheit genutzt um unsere Clematis von Dach- auf Brusthöhe zurückzustutzen. Nur eine einzelne Pflanze, aber sie deckt im Sommer gut 4×6 Meter Wandfläche mit hunderten gelber Glockenblüten. Im Spätsommer dann verwandeln sich die Blüten in dekorative Federpuscheln, die den ganzen Winter über dranbleiben.

Die Pflanze ist wuchsfreudiger als Dornröschen’s Hecke – wenn man zu dicht davorsteht, beginnt sie einem die Beine hoch zu ranken. Schon so manches Mal musste ich mittags den Angelkescher wieder freischneiden den ich am Abend zuvor daneben an die Wand gelehnt hatte. Im zeitigen Frühjahr schneiden wir sie dann immer auf Brusthöhe zurück – dennoch erreicht sie jedes Jahr bis Midsommar wieder das Dach.

Mit den Schubkästen geht es auch voran. Nummer zwei ist nun fertig gefärbt und lackiert, und schon vor dem Wochenende hatte ich mit der dritten begonnen.

Die ist nun auch fertig geschnitten und zusammengebaut – fehlt nur noch die Farbe.

Nun noch die Endbehandlung der Schienen. Die erste Version passte übrigens nicht – oder vielmehr: sie passten ganz ganz genau, so dass die Schublade bombenfest sass und sich keine bisschen vor oder zurück bewegen liess. Also habe ich von jeder Schiene einen guten halben Millimeter abschleifen müssen, damit die Schublade gleiten kann – und damit auch noch ein wenig Wachs dazwischen passt.

Und nach dem nächsten Wochenende geht es dann ans Umbauen des Schranks.

Fertigstellung der zweiten Schublade

Nun ja, das Wetter an diesem Wochenende war trist und ungemütlich, also habe ich den grössten Teil der Zeit in der Werkstatt zugebracht. Somit ging es flott voran mit der zweiten Schublade.

Das Fugendesign ähnelt dem der untersten Lade, allerdings in etwa schmalerer Ausführung.

Nach dem Fräsen der Längsnut für die Schiene und dem Zusägen des Bodens war es dann schon Zeit zum Verleimen und Feinschliff. Wow, so schnell kann’s gehen – da waren es schon zwei:

Keine schlechte Ausbeute für ein Wochenende 🙂

Kurzes Zwischenspiel

Muss mal zwischendurch eine Reparatur einschieben – eine Konsole für eine runde Gardinenstange. Das ursprüngliche Teil ist zerbrochen, also habe ich sie neu angefertigt:

Der Haken an der Sache ist die unglaubliche Hebelkraft der Stange – man muss also genau darüber nachdenken in welcher Richtung die Holzfasern laufen müssen damit das Teil nicht beim ersten bisschen Verkanten der Stange wieder bricht.

Bei der ursprünglichen Version liefen die Fasern horizontal – aber da die Stange am ehesten nach unten fällt (mit dem Gewicht der Gardine daran), ist es wahrscheinlich besser wenn sie vertikal stehen.