Monat: Februar 2016

Älter als die Geschichte selbst


Mein nächstes Projekt befasst sich wieder mit einem unpraktischen Küchenschrank.

Auch dieser ist zu schmal und zu tief – man muss die vorn stehenden Dinge erst herausnehmen um an die hinteren heranzukommen. Es liegt also nahe hier ein paar Schubkästen einzubauen, wobei wir aber die Tür erhalten wollen.

Erwartungsgemäss ist das Innenmass des Schranks an überall ein wenig unterschiedlich – es bleibt also nur Massanfertigung. Der Schrank an sich ist aber sehr solide gebaut, und das Holz – trotz schätzungsweise fünfzig Dienstjahren – tadellos erhalten.

Ich habe also schon mal angefangen – zunächst mit der untersten Lade, die auch die grösste wird.

Nun bin ich ja ein Anfänger in Sachen Holzarbeit, und habe daher viel zu wenig Erfahrung um ein sinnvolles Urteil über Werkzeuge in diesem Bereich abzugeben. Aber meine Erfahrung mit dieser Feinsäge (kanadisches Fabrikat) verdient trotzdem Erwähnung: sie ist superscharf, braucht fast keine Kraft und folgt ganz exakt ihrer eigenen schmalen Spur – als schneidet man mit einem Filetiermesser durch einen Apfel. Das macht einem die Sache wirklich leicht.

Allerdings muss man üben, denn wenn man Gewalt anwendet wird sie sofort bockig und blockiert. Sachte, sachte – lange, ruhige Züge ohne Druck, und mit möglichst vielen Zähnen zugleich. Geht fantastisch gut, wie Magie.

Für mich ist es zwar das erste Mal, aber tatsächlich ist diese Verbindungstechnik schon über 5000 Jahre alt:

Man kann sie natürlich mit der Maschine herstellen, aber sie von Hand zu schneiden gibt ein echtes Erlebnis von Mensch versus Holz. Es ist wirklich erstaunlich was eine Menschenhand alles fertigbringt, wie genau man jede Bewegung, jeden Muskel auf den feinsten Widerstand im Material abstimmen kann, um es zu formen ohne es zu zerstören.


Natürlich probiere ich verschiedene Varianten aus – aber hier halte ich mich erstmal ans Standard-Design. Die Verbindungen der Vorderseite sind also halb verdeckt und von vorn nicht zu sehen – die auf der Rückseite sind durchgehend.

Noch nicht perfekt – aber ich habe ja noch zwei weitere Schubladen zum Üben 😉

Februar

Februar ist immer nichts Halbes und nichts Ganzes.

Die Tage werden zwar schon deutlich länger, und die Sonne kräftiger – aber die Bäume sind noch kahl, der See weiterhin zugefroren und die Nächte eisig. Für Aussenarbeiten ist es noch zu früh, und für Innenprojekte ist viel zu schönes Wetter.

Glücklicherweise haben mich aber eine Reihe von Kundenaufträgen in den letzten Wochen so in Anspruch genommen, dass ich für Wintermelancholie noch gar keine Zeit hatte.

In der Werkstatt stehen die üblichen Routinearbeiten an – das heisst vor allem Reparaturen, wie zum Beispiel dieses Kinderfahrrad mit Sturzschaden am Hinterrad:

Na ja, nicht so dramatisch. Ein bisschen zurechtbiegen, aufpolieren, und eine kleine Portion Lackfarbe…schon erledigt.

Übrigens ist so ein Reparaturstativ ausgesprochen praktisch:

Damit kann man in Ruhe – und vor allem aufrechtstehend – demontieren, reinigen, reparieren und wieder zusammenbauen. Und wenn man’s gerade nicht braucht, kann man es zusammenklappen und es ist kaum grösser als ein einfaches Rohr.

Am Wochenende wartet wieder ein neues Möbelprojekt – wieder für die Küche. Und ausserdem geht es endlich los mit der Gartensaison, nämlich Pflanzen vorziehen für’s Gewächshaus.

Gut dass der Februar vorbei ist 🙂

Kleine Bastelarbeit nebenbei

Was schenkt man Freunden zu ihrer neuen Wohnung? Hmm…

Wie der Name schon sagt, ist ein Schlüsselbrett ein Brett in Form eines Schlüssels. Oder?

Eine kleine Bastelarbeit mit Figursäge, Schleifpapier, ganz viel Lack und ein wenig Geduld. Mal sehen ob’s ihnen gefällt…