Eine echte Herausforderung

…war in der Tat der Abbau des alten Schranks.

Wie erwartet, war ich gezwungen den Schrank teilweise zu zersägen bevor ich ihn – unter moderater Gewaltanwendung – endlich von der Wand trennen konnte.

Wandbefestigung vom Typ ”Excalibur”:

Drei Stück 100mm Nägel sternförmig ins Mauerwerk getrieben um ein einziges schmales Brett an der Wand zu befestigen. Übersteht problemlos Erdbeben, Bombenangriffe, Wirbelstürme – und den gewöhnlichen Heimwerker sowieso.

Nur der rechtmässige König kann diese Konstruktion wieder aus dem Stein ziehen ohne dabei zuerst den Rest des Hauses abreissen zu müssen (na wat’n Glück dass wir grad einen König zur Hand hatten!).

Noch mal ein Exemplar im Detail:

Notiere den ”kleinen” 40mm Fixiernagel unterhalb – dieser diente dazu das Brett in der korrekten Position zu halten während die drei Haltenägel eingeschlagen wurden – unmöglich bei der erforderlichen Schlagkraft das Brett allein mit der anderen Hand in Position zu halten.

Wirklich solide Zimmermannsarbeit für einen gerade mal 27cm breiten Küchenunterschrank.

Nun ja – und da ist sie nun, die Lücke die es zu füllen gilt:

Ob’s passen wird?

Was man nicht verstecken kann…

…das soll man betonen 🙂

Nach dem Zusammenbauen und Verleimen der Schrankteile…

…kam das Lackieren dran. Da die Grundfarbe der Küche bereits weiss ist, sollte nun auch dieser Schrank weiss werden:

Die Nut für die Laufschiene habe ich aber nicht weiss lackiert – die Schiene ist gefettet und würde irgendwann dunkle Ränder hinterlassen, die auf dem weissen Untergrund nur unangenehm auffallen würden. Statt dessen habe ich sie rotbraun gebeizt und mit einer satten Schicht Klarlack überzogen – edler Kontrast und glitzerndes Detail können nicht schaden. Wie gesagt: was man nicht verstecken kann…

Anprobe

Langsam nähern wir uns der Zielgeraden:

Noch sind die Teile natürlich nur mal zusammengesteckt – um zu sehen ob alles passt. Tut es auch, und der Platz ist auch gut ausgenutzt. Bis zum Aufbau liegt aber noch ein gutes Stück Arbeit vor mir: Zusammenbau, Feinschliff und Lackieren werden sicher noch eine gute Woche in Anspruch nehmen.

Ja – und dann natürlich der Abbau des alten Schranks. Das wird nicht ganz einfach weil er nämlich eins mit der Wand ist: der hintere und seitliche Rahmen sind mit vier Paaren 100er Nägeln in unterschiedlichen Richtungen direkt in die Mauer genagelt und werden von dieser getragen, wobei sie sich gegenseitig an jeder Bewegung senkrecht zur Wand hindern. Somit muss ich den Schrank vermutlich also erst zersägen, bevor ich die Teile von der Wand lösen kann.

Nun ja – das hatte ich ja schon einmal, als ich Platz für die Spülmaschine schaffen wollte… 😀

Wo gehobelt wird, fallen…

…einem manche Weisheiten aus der Werkzeugmacherlehre wieder ein: stumpfe Werkzeuge sind gefährlich!

Sie liefern nicht nur unschöne (oder gar keine) Ergebnisse – man kann sich in der Tat auch viel leichter verletzen. Mit einem stumpfen Messer muss man viel mehr Kraft aufwenden, was jedoch die Präzision vermindert. Das führt zu stärkerer Gelenkbelastung, ungünstigen Arbeitshaltungen und Verspannungen, und zu unsicherern Arbeitstechniken um das Werkzeug besser und genauer (oder überhaupt) steuern zu können.

Statt zu schneiden, rutscht die Klinge über das Material, und schwups…hat der ”Fangfinger” eine hässliche und schmerzhafte Kerbe. Wenn’s mal nur das ist. Und Blut kann einem wirklich das Holz versauen.

Nein, nein – meine Finger sind alle noch dran und heil 😉

Hab aber in der Werkstatt ein altes Stemmeisen gefunden, mit einer beinahe runden Schneidekante die nur noch mit einiger Mühe in einen Styropor-Block zu drücken ging – und einem von tausenden Hammerschlägen völlig zerzausten Schaftende. Hartes Holz, vermutlich – auf beiden Seiten der Brille 😉

Paradoxerweise gab es auch vor meiner Zeit in der Werkstatt schon einen Schleifstein – warum also Gewalt anwenden? Nachdem ich dem alten Eisen nun eine neue, gerade Kante verpasst habe konnte ich es wieder mit blosser Hand ins Holz schieben. Ist nicht nur leichter, sondern auch sehr viel schneller und genauer.

Wie geplant, habe ich nun mit dem Auszugsteil für den Küchenschrank begonnen. Der Auszug entspricht im Prinzip einem Regal mit drei Etagen, das quer aus dem Schrank gezogen wird – das oberste Fach läuft dabei in einer Schiene.

Da die Schiene eine 8mm Nut erfordert, braucht das oberste Fach stärkere Seitenwände – daher das (noch) etwas ungleiche Aussehen. Ist aber nicht so schlimm, da sowieso alles weiss lackiert werden soll – nicht weil mir das so gut gefällt, sondern weil der Rest der Küche ja schon weiss ist.

Ist übrigens auch Furu (Kiefernholz), nur eben mit Buchenfurnier – das ausgediente Möbelstück aus dem ich die Bretter wiedergewonnen habe sollte wohl etwas Edleres darstellen. Das braucht es hier natürlich nicht.

Wetterkapriolen

Bilderbuch-Winter?

Na denkste – letzte Woche hustete Frau Holle uns erstmal drei Tage patschnassen Schnee herunter, der dann in dicken Lawinen die Dächer herunterrutschte und sich nun übers Wochenende in knöcheltiefen grauen Matsch verwandelt hat. Bäh!

Und jetzt erstarrt all der Matsch zu einer bizarren Eislandschaft, überzogen mit einer hauchdünnen Graupelschicht, wie Puderzucker auf…äh – Moment mal….

Apropos Puderzucker – es ist ja wieder Semlor-Zeit! Au fein, na dann back ich mal los…

Den Küchenschrank hab ich erstmal ausgemessen, und schon mal begonnen die Teile für den Neubau zuzusägen. Wenn man’s mal lose zusammensetzt, kann man schon fast erkennen was es werden soll…

Es geht zwar ein bisschen langsam, aber es geht voran. Vielleicht kann ich am Wochenende schon mit dem Lackieren und Zusammenbauen anfangen – mal sehen.