Thema: Garten

Ein Schatz im Garten

Vorgestern entdeckte ich bei meinem Rundgang diese kleinen Halden, erst ein paar zwischen den Himbeeren und dann noch viele mehr unter dem großen Kirschbaum:

Eine Kinderkrippe zwischen den Himbeeren

Hier werden allerdings keine Juwelen ausgegraben, sondern welche eingegraben.

Es handelt sich nämlich um die Eingängen zu den Nestern von Sandbienen (Andrenae). Diese gehören zu den wichtigsten Mitarbeitern in unserem Garten – sie sind nämlich ungeheuer effektive und fleißige Pollenverteiler.

Sandbienen bilden keine Staaten. Jede weibliche Sandbiene kann Eier legen, und baut sich dazu ein solches Nest – eine etwa 20-30cm lange Röhre mit mehreren seitlichen Kammern, in denen jeweils ein Ei samt ein Vorrat von einem Pollen-Nektar-Gemisch abgelegt werden.

Die Larven schlüpfen in ein paar Tagen, fressen den Vorrat auf und verpuppen sich anschließend – und im nächsten Frühjahr erscheinen sie dann als nächste Bienen-Generation.

In diesem Fall handelt es sich um rotpelzige Sandbienen – glaube ich (bin kein Bienen-Experte, aber es sieht für mich recht eindeutig so aus).

Sandbienen mögen schlampig gepflegten Rasen mit kahlen Stellen und relativ trockenem Boden, sowie ein reichhaltiges Nektar- und Pollenangebot.

Letzteres wird im Moment vor allem von den Kirschbäumen und Johannisbeeren bereitgestellt, aber auch von verschiedenen kleinen Blüten in dem inzwischen – dank meiner Ordnungsallergie – zur Wiese verkommenen Rasen.

So – da haben wir jetzt also einen Schatz im Garten vergraben.

Eine wild gewordene Birne

Neben dem Beerengarten wächst dieser Strauch. Er steht schon dort solange wir hier wohnen, allerdings war er anfangs sehr viel kleiner.

Zuerst bestand er aus vielen, sehr dicht stehenden dünnen Trieben, etwa halb so hoch wie im Bild, die im Sommer ein dichtes, dunkelgrünes Laub trugen.

Wir beachteten ihn kaum. Er war dekorativ, und gab dem dahinterliegenden Parkplatz Schatten, also liessen wir ihn wachsen.

Und genau das tat er auch, und zwar kräftig – inzwischen hat er eine Höhe von fast fünf Metern.

Die Blätter ähnelten denen des Birnbaums am anderen Ende des Beerengartens, waren aber kleiner, dunkler und irgendwie dicker und fester. Außerdem hat das Gewächs lange, harte Dornen die einem den Pullover auftrennen, tiefe Risswunden verursachen und ohne Weiteres ein Auge kosten können.

Vor drei Jahren habe ich ihn dann ein wenig ausgelichtet, da er von innen her etwas kahl wurde – ein Zeichen von Lichtmangel. Im Jahr darauf blühte er dann plötzlich, ganz so wie Obstbäume auf mehr Kronenlicht reagieren, und in der Tat sahen die Blüten denen des Birnbaums zum Verwechseln ähnlich. Aber Früchte wurden keine daraus.

Voriges Jahr blühte er dann nicht einfach nur, sondern erstrahlte komplett in Weiß – über und über voll mit Blüten. Und Bienen. Und dieses Mal wurden daraus Früchte, und zwar – tatsächlich – Birnen! Kleine, steinharte, nahezu kugelrunde Früchte, etwa in der Größenordnung von Cocktailtomaten, völlig ungenießbar. Oder…dachte ich jedenfalls.

Im Herbst dann wurden die kleinen Birnchen aber plötzlich – beinahe über Nacht – honiggelb, weich, süss und saftig…und fielen binnen weniger Tage alle ab. Ich hab viele davon eingesammelt und zu Saft verarbeitet, und auch wenn das eine ziemliche Fummelei war – es hat sich gelohnt.

Eine Wildbirne also? Aber die gibt’s in diesen Breiten doch gar nicht!

Beim genaueren Hinsehen findet sich in der Mitte zwischen den Stämmen ein Baumstumpf. Der war anfangs gar nicht zu sehen, so dicht standen die Triebe. Vermutlich stand hier mal ein Birnbaum – also eine Kultursorte, die auf eine Wildbirnen-Wurzel gepropft wurde um ihr besseren Zugang zu Wasser und Nährstoffen, sowie mehr Widerstandsfähigkeit zu verleihen.

Der Edelobstbaum starb irgendwann ab – aber nicht so die „geliehene“ Wurzel, sondern die trieb einfach wieder neu aus, aber eben ihre ursprüngliche, wilde Form.

Eine wild gewordene Birne also.

Das bringt mich nun auf die Idee, die Sache mit dem Veredeln vielleicht einfach noch einmal zu wiederholen – also einen Trieb des Edelobstes auf die wilde Wurzel zu propfen. Hab ich noch nie gemacht, aber was soll’s – ein bisschen Experimentieren und Lernen schaden nie.

Früh reckt sich…

…was ein richtiger Habanero werden will.

Ja, die Gartensaison hat wieder begonnen – dieses Jahr mit ein paar südamerikanischen Gästen. Dieser hier ist ein Habanero „hot chili“, das wahre Geheimnis der feuerspeienden Drachen:

Habanero

Daneben stand erst noch ein Trinidad Scorpion, aber da sich selbst der Habanero vor ihm fürchtete musste er ins Kellerfenster umziehen.

Habaneros mögen es sonnig und trocken. Diesen Winzling hier (vier Wochen alt) habe ich erst zweimal leicht mit der Sprühflasche angefeuchtet, und dazwischen den Topf jeweils komplett austrocknen lassen – und er verzieht keine Mine.

Rosenkohl und Tomaten sonnen sich auch schon auf der Fensterbank, und der Feldsalat vom Winter musste schon das Gewächshaus räumen für die Frühjahrssaat. Und vielleicht, wenn alles klappt, kommen am Wochenende die Zwiebeln in die Erde.

Das wird meine beiden Elstern ziemlich ärgern, denn noch können sie aus den Beeten allerlei Baumaterial für ihr Nest sammeln – wie jedes Jahr ein enormes Bauwerk mit zwei Etagen, Balkon und separatem Hintereingang. Die Wände bestehen teilweise aus sorgfältig mit dem Schnabel auf Maß gearbeiteten Fliederzweigen – ich durfte neulich nämlich zusehen wie sie diese gemeinsam abgepflückt und vorbereitet haben.

Interessant dabei war vor allem wie die beiden zusammenarbeiteten, der eine pflückte die Zweige, der andere begutachtete und sortierte sie, schnitt und bog sie in eine bestimmte Form, und brachte sie anschliessend einzeln zum Nest. Über eine Stunde lang waren sie beschäftigt, denn Flieder ist wirklich widerspenstig und zäh (ich hab auch schon mit dem Material gearbeitet – macht Werkzeug stumpf).

Trotz all dieses Aufwands bewohnen sie das Nest aber – soweit ich das beobachtet habe – immer nur etwa für ein halbes Jahr, danach schlafen sie wieder mit den anderen Elstern im Gemeinschaftsbaum. Im Revier bleiben sie trotzdem das ganze Jahr und kommen jeden Tag zum Futtersammeln, nur das Nest ist im Winter unbewohnt.

Winteranfang

Der Herbst in diesem Jahr war sehr kurz und völlig verregnet. Statt des goldenen Oktobers mit all den spektakulären Farben und Lichtspielen bekamen wir nur zwei Wochen mit Sturm und Dauerregen, der dann ohne Zwischenspiel gleich in Schnee und Frost überging.

Die Bäume wechselten direkt von grün zu kahl, und statt raschelnder bunter Laubhaufen gab es nur eine modrige schwarzbraune Masse – viel zu nass und schwer um vom Wind herumgewirbelt zu werden.

Mit diesem abrupten Sommerende mussten wir viele der üblichen Herbstarbeiten auf das kommende Frühjahr verschieben, oder konnten sie nur provisorisch erledigen. Wir konnten gerade noch die restliche Gartenernte einholen, die allerdings fantastisch war – der kleine Apfelbaum trug Unmengen süsse rote und ausgesprochen grosse Äpfel:

…und die einzige Kürbispflanze dieses Sommers produziere satte 23 Kilo Früchte:

Die letzte Ausfahrt mit dem Boot war auch erfolgreich, und brachte noch einen schönen Hecht:

Und dann war’s plötzlich vorbei.

Das Boot war über Nacht im Eis eingefroren, so dass ich es mit der Axt befreien musste und nur noch an Ort und Stelle ans Ufer ziehen konnte. Zudem lag es plötzlich ein gutes Stück vom Ufer entfernt, denn der viele Regen hatte den Wasserspiegel im See dramatisch ansteigen lassen und so die Uferlinie um mehrere Meter ins Unterholz verlagert.

Nun ist der Himmel nun ziemlich konstant grau, und Tageslicht dringt nur sporadisch durch – und die weitgehende Abwesenheit von Farben macht traurige Seufzer zur einzig passenden Antwort auf die Landschaft.

Höchste Zeit die Werkstatt auf Vordermann zu bringen. Es gibt wieder viel zu basteln.

Pilzsaison

Bereits im Frühsommer konnten wir reichlich Pfifferlinge ernten – trotz des ausgesprochen trockenen Wetters.

Noch verblüffender waren allerdings die grossen Mengen von Steinpilzen im August – so viele wie schon seit Jahren nicht mehr. Natürlich waren die meisten sehr schnell von Maden befallen, aber dank der grossen Zahl kamen dennoch mehrere Kilogram zusammen.

Ich mag ja lieber die rotbraunen („die mit der dunklen Schokolade“, wie meine Tochter es formulierte) – aber die hellen sind absolut gleichwertig im Geschmack.

Die meisten davon trockne ich – dieses Jahr gute acht Liter. Getrocknet sind sie jahrelang haltbar, und man kann sie das ganze Jahr über in allem möglichen Gerichten verwenden – zum Beispiel für unsere beliebte Käsesuppe.

Habichtspilze trocke ich auch, und male sie dann zu Pulver – hervorragend zum Würzen von Suppen und Sossen. Mehr Pilzgeschmack als mit richtigen Pilzen geht halt nicht. Nur vorsichtig mit der Menge: der Geschmack getrockneter Habichtspilze ist ausgesprochen dominant, und wird leicht zu viel.

Das sind natürlich keine Habichtspilze:

…sondern drei aneinandergekuschelte Babyhasen. Für den flüchtigen Betrachter sind sie im Durcheinander des Waldbodens kaum auszumachen, aber selbst der konzentrierte Pilzsucher muss hier schon zweimal hinsehen um zu begreifen was er vor sich hat. Kurz drüber schmunzeln, nicht anfassen, und leise aber deutlich den Rückzug antreten 😉

Habichtspilze und Schafporlinge kann man aber auch sehr gut süss-sauer einlegen, oder – mein Favorit – mit roten Zwiebeln, Petersilie und Streifen von rohem Schinken als Salat zubereiten:

Beide Sorten bleiben nämlich auch beim Kochen bissfest und knackig, und haben einen angenehm milden Geschmack.

Der eigentlich weisse Schafporling wird übrigens beim Kochen entweder quietschgelb oder (bei Kochgeschirr aus Eisen) grau-schwarz – aber keiner dieser Farbwechsel hat irgendeine negative Auswirkung auf Geschmack oder Verträglichkeit.

Schmierlinge sind – trotz ihres Äusseren – gute Speisepilze. Sie sind von einer glibbrig-schleimigen Haut überzogen, an der sämtlicher Dreck kleben bleibt, und die den Pilz bei feuchter Witterung so glitschig und schmierig macht, dass man ihn kaum festhalten kann (wenn man ihn denn nun anfassen möchte).

ABER (!) – das ist rein äusserlich. Diese glibbrige Haut ist nämlich eigentlich nur eine Art Schutzfolie, die sehr effektiv gegen Insekten, Schimmelbefall und Austrocknen schützt. Bei den meisten Exemplaren kann man sie mit einem Messer in einem Stück (samt allem Dreck) einfach abziehen, denn sie ist ziemlich stabil:

Darunter kommt dann ein blitzsauberer Hut zum Vorschein. Den Schleim am Fuss schabt man einfach nach unten:


…und schneidet dann den holzigen Teil darunter (etwa dort wo die gelbe Färbung aufhört) einfach ab. Dann entfernt man bei älteren Exemplaren noch die Lamellen:

…und erhält so einen feinen, fast weissen Bratpilz mit sehr zartem Fleisch.

Kleiner Tipp: beim Putzen von Schmierlingen am Besten Handschuhe tragen – sie färben nämlich Finger und Nägel schwarzbraun (nicht abwaschbar!). Wenn man’s vergisst – kein Grund zur Panik: die Färbung ist nur oberflächlich, und Hornhaut und Nägel erneuern sich schnell, so dass in ein bis zwei Wochen alles wieder verschwunden ist 😉

Schmierlinge sind nur sehr selten von Maden befallen, aber kontrollieren sollte man natürlich trotzdem:

Der Geschmack bei Schmierlingen ist weniger ausgeprägt als bei anderen Sorten, also sollte man sie möglichst mischen, z.B. mit Steinpilzen oder Täublingen. Schmierlinge werden beim Braten zunächst rosa, später dann grau-braun – auch dieser Farbumschlag ist völlig normal und hat keine geschmacklichen Auswirkungen.

Sommerausklang

Nun neigt sich der Sommer seinem Ende zu. Die Tage werden schnell kürzer und die Nächte merklich kühler. Aber die Tage sind immer noch sonnig und warm, und – wie schon fast das ganze Jahr – viel zu trocken.

Im September beginnt die Apfelzeit, und in diesem Jahr trägt unser Baum mal wieder reichlich:

Ausserdem scheint er seinem Nachbarn, dem Kürbis, ernsthaft Konkurrenz machen zu wollen.

Äpfel aus der Kategorie „Familienpackung“:

Da reichen schon zwei für einen saftigen Apfelkuchen 🙂

Kirschen in unbegrenzter Menge

Wir haben in unserem Garten einen grossen Süsskirschenbaum.

Er ist etwa acht Meter hoch und hat gute zwölf Meter Kronendurchmesser – mit vier dicken Hauptästen an einem nur etwa eineinhalb Meter langen Stamm.

Jedes Jahr Anfang Mai verwandelt sich der Baum in einen riesigen, summenden weissen Lampignon, der den ganzen Garten mit einem betörenden Mandelduft erfüllt. In den meisten Jahren ist der Zauber nach zwei Wochen vorbei, und die allermeisten der Abertausenden von Blüten verschwinden spurlos – und dennoch werden es am Ende immer mehr Kirschen als wir essen können.

Dabei handelt es sich um eine helle Sorte unglaublich saftiger und süsser, allerdings nicht sehr aromatischer Kirschen, die sich nicht wirklich konservieren lassen.

Einmal gepflückt kann man sie maximal zwei Tage aufbewahren, Einfrieren oder Einwecken verwandeln sie nur in ein relativ geschmacksneutrales Zuckerwasser, und zum Kuchenbacken sind sie auch ungeeignet. Für Marmelade muss man sie kombinieren (z.B. mit Stachelbeeren oder Grapefruit), aber dann liefern sie kaum mehr als ihre Süsse während der Kombinationsparter den Geschmack völlig dominiert.

Einzige beinahe brauchbare Variante ist sie süss-sauer einzulegen – aber wer braucht schon grosse Mengen süss-sauer eingelegte Süsskirschen?

Nun ja – in diesem Jahr jedenfalls verschwanden die Blüten nicht spurlos. Mindestens ein Drittel aller Blüten wurden Kirschen, in Gruppen zu zwanzig, dreissig Stück an jedem noch so kleinen Zweig.

Egal wie viele wir abpflücken, es werden einfach nicht weniger. Man pflückt und pflückt und pflückt, bis der Korb voll ist, dann tritt man einen Schritt zurück – und nichts hat sich geändert. Der Baum hängt genauso voll wie zuvor. Die Äste hängen bis auf den Boden herab unter dem Gewicht – glücklicherweise sind sie aber bei dieser Sorte sehr stark und elastisch und halten das problemlos aus.

Nun ja, die meisten der Kirschen werden wir den Möwen überlassen, die übrigens unglaublich geschickte Kirschenpflücker sind. Einen Teil werden wir noch verschenken, und ansonsten bei jedem Vorbeigehen naschen bis uns die Bäuche wehtun.

Ein flüchtiger Zauber – aber ein mächtiger solcher 🙂

Mittlerweile ist es auch Zeit sich dem Beerengarten zuzuwenden. Diese kleinen Freunde sind zwar nicht so gross – obgleich mindestens ebenso viele – dafür aber um Grössenordnungen aromatischer, und vor allem haltbarer als die Kollegen am Baum:

Schwarz ist natürlich mein Favorit, aber solo macht das nur halb so viel her wie gemischt.

Leider geht weder Duft noch Geschmack über’s Internet – also müsst ihr euch den Teil zur Geschichte dazudenken: Sommerabend auf der Terrasse, gemischtes Eis, eine Handvoll frische Johannisbeeren, und darüber eine Sosse aus schwarzen Johannisbeeren und Felsenbirne mit einem kleinen Schuss Rum. Minzeblatt freilich, aus dem Kräutergarten.

Frühling

Endlich ist es richtig Frühling! Hunderttausende kleine blaue Feen bevölkern den Waldboden:

…und wenn die da sind, dann kommen sie alle. Der Winter war lang, still, grau und dunkel – aber nun schlägt das ins genaue Gegenteil um. Ein Überfluss an Farbe und Lebenskraft, Vogelgezwitscher, Möwengeschrei, und Kinder überall.

Die Meise hämmert den halben Tag in ihrem Nistkasten herum – als würde sie Bilder aufhängen oder Regale anbringen 😀 Keine Ahnung was sie da treibt, aber auf jeden Fall ist sie jetzt eingezogen und scheint für Nachwuchs zu planen.

Die Elstern haben ihr Nest dieses Jahr im Apfelbaum des Nachbarn gebaut. Ein gewaltiges Gebäude ist das immer, mit zwei Eingängen, Vordach und Balkon (kein Witz!). Es fällt natürlich im Herbst immer in sich zusammen und vom Baum herunter, aber der Nestbau selbst ist ein Hingucker.

Die beiden Elstern – die übrigens ihr Leben lang zusammenbleiben, und schon länger in unserer Nachbarschaft nisten als wir hier wohnen – sammeln im Frühjahr alles nur denkbare Baumaterial zusammen: kleine Zweige (die sie zur Not auch vom Baum abreissen), Steinchen, Glasscherben, Stoffetzen die sie von der Fahne abreissen, Lego-Teile aus dem Sandkasten und natürlich die grellbunt gefärbten Federn vom Osterstrauch…und stapeln sie ganz oben im noch kahlen Baum zu einem protzigen Gebilde auf dass man schon von Weitem als Elsternest erkennt. Sehr stabil ist es nicht: immer wieder fallen Teile herab und müssen wieder hinaufgetragen oder ausgetauscht werden.

Natürlich lassen die beiden ihr Nest keine Sekunde aus den Augen. Jeder der sich auch nur dem Baum nähert wird von zwei Seiten gleichzeitig attackiert, mit lautem Gezeter und Tiefflug-Drohgebärden – bis er sich hinter die unsichtbare Demarkationslinie zurückzieht. Mich lassen sie allerdings in Ruhe, nachdem ich ihnen im vorigen Jahr einmal ein paar Apfelstücke geschenkt hatte – vergesslich sind die Vögelchen nicht, und dankbar sind sie auch: im Gegenzug brachten sie mir nämlich ein paar Fetzen rotglänzendes Bonbonpapier.

Nun ja – warm und sonnig ist es auch geworden. Da schmeissen sich auch gleich die Kreuzottern in ihre Sonnenstühle:

Wie jedes Jahr um diese Zeit konnte Katerchen es natürlich nicht lassen mit ihnen zu spielen zu wollen. Wieso lernt er das denn nicht? Ist schon das dritte Mal! Gott sei Dank macht den Katzen das Kreuzottergift nicht so viel aus (ausser dass es höllisch wehtut) – aber die infizierten Bisswunden sind natürlich jedesmal hässlich.

Aller guten Dinge sind drei

Ein herrliches Vorfrühlingswochenende mit strahlendem Sonnenschein unter blauem Himmel – und das Eis ist schon fast weg!

Ich habe gleich die Gelegenheit genutzt um unsere Clematis von Dach- auf Brusthöhe zurückzustutzen. Nur eine einzelne Pflanze, aber sie deckt im Sommer gut 4×6 Meter Wandfläche mit hunderten gelber Glockenblüten. Im Spätsommer dann verwandeln sich die Blüten in dekorative Federpuscheln, die den ganzen Winter über dranbleiben.

Die Pflanze ist wuchsfreudiger als Dornröschen’s Hecke – wenn man zu dicht davorsteht, beginnt sie einem die Beine hoch zu ranken. Schon so manches Mal musste ich mittags den Angelkescher wieder freischneiden den ich am Abend zuvor daneben an die Wand gelehnt hatte. Im zeitigen Frühjahr schneiden wir sie dann immer auf Brusthöhe zurück – dennoch erreicht sie jedes Jahr bis Midsommar wieder das Dach.

Mit den Schubkästen geht es auch voran. Nummer zwei ist nun fertig gefärbt und lackiert, und schon vor dem Wochenende hatte ich mit der dritten begonnen.

Die ist nun auch fertig geschnitten und zusammengebaut – fehlt nur noch die Farbe.

Nun noch die Endbehandlung der Schienen. Die erste Version passte übrigens nicht – oder vielmehr: sie passten ganz ganz genau, so dass die Schublade bombenfest sass und sich keine bisschen vor oder zurück bewegen liess. Also habe ich von jeder Schiene einen guten halben Millimeter abschleifen müssen, damit die Schublade gleiten kann – und damit auch noch ein wenig Wachs dazwischen passt.

Und nach dem nächsten Wochenende geht es dann ans Umbauen des Schranks.