Thema: Garten

Pilzsaison

Bereits im Frühsommer konnten wir reichlich Pfifferlinge ernten – trotz des ausgesprochen trockenen Wetters.

Noch verblüffender waren allerdings die grossen Mengen von Steinpilzen im August – so viele wie schon seit Jahren nicht mehr. Natürlich waren die meisten sehr schnell von Maden befallen, aber dank der grossen Zahl kamen dennoch mehrere Kilogram zusammen.

Ich mag ja lieber die rotbraunen („die mit der dunklen Schokolade“, wie meine Tochter es formulierte) – aber die hellen sind absolut gleichwertig im Geschmack.

Die meisten davon trockne ich – dieses Jahr gute acht Liter. Getrocknet sind sie jahrelang haltbar, und man kann sie das ganze Jahr über in allem möglichen Gerichten verwenden – zum Beispiel für unsere beliebte Käsesuppe.

Habichtspilze trocke ich auch, und male sie dann zu Pulver – hervorragend zum Würzen von Suppen und Sossen. Mehr Pilzgeschmack als mit richtigen Pilzen geht halt nicht. Nur vorsichtig mit der Menge: der Geschmack getrockneter Habichtspilze ist ausgesprochen dominant, und wird leicht zu viel.

Das sind natürlich keine Habichtspilze:

…sondern drei aneinandergekuschelte Babyhasen. Für den flüchtigen Betrachter sind sie im Durcheinander des Waldbodens kaum auszumachen, aber selbst der konzentrierte Pilzsucher muss hier schon zweimal hinsehen um zu begreifen was er vor sich hat. Kurz drüber schmunzeln, nicht anfassen, und leise aber deutlich den Rückzug antreten 😉

Habichtspilze und Schafporlinge kann man aber auch sehr gut süss-sauer einlegen, oder – mein Favorit – mit roten Zwiebeln, Petersilie und Streifen von rohem Schinken als Salat zubereiten:

Beide Sorten bleiben nämlich auch beim Kochen bissfest und knackig, und haben einen angenehm milden Geschmack.

Der eigentlich weisse Schafporling wird übrigens beim Kochen entweder quietschgelb oder (bei Kochgeschirr aus Eisen) grau-schwarz – aber keiner dieser Farbwechsel hat irgendeine negative Auswirkung auf Geschmack oder Verträglichkeit.

Schmierlinge sind – trotz ihres Äusseren – gute Speisepilze. Sie sind von einer glibbrig-schleimigen Haut überzogen, an der sämtlicher Dreck kleben bleibt, und die den Pilz bei feuchter Witterung so glitschig und schmierig macht, dass man ihn kaum festhalten kann (wenn man ihn denn nun anfassen möchte).

ABER (!) – das ist rein äusserlich. Diese glibbrige Haut ist nämlich eigentlich nur eine Art Schutzfolie, die sehr effektiv gegen Insekten, Schimmelbefall und Austrocknen schützt. Bei den meisten Exemplaren kann man sie mit einem Messer in einem Stück (samt allem Dreck) einfach abziehen, denn sie ist ziemlich stabil:

Darunter kommt dann ein blitzsauberer Hut zum Vorschein. Den Schleim am Fuss schabt man einfach nach unten:


…und schneidet dann den holzigen Teil darunter (etwa dort wo die gelbe Färbung aufhört) einfach ab. Dann entfernt man bei älteren Exemplaren noch die Lamellen:

…und erhält so einen feinen, fast weissen Bratpilz mit sehr zartem Fleisch.

Kleiner Tipp: beim Putzen von Schmierlingen am Besten Handschuhe tragen – sie färben nämlich Finger und Nägel schwarzbraun (nicht abwaschbar!). Wenn man’s vergisst – kein Grund zur Panik: die Färbung ist nur oberflächlich, und Hornhaut und Nägel erneuern sich schnell, so dass in ein bis zwei Wochen alles wieder verschwunden ist 😉

Schmierlinge sind nur sehr selten von Maden befallen, aber kontrollieren sollte man natürlich trotzdem:

Der Geschmack bei Schmierlingen ist weniger ausgeprägt als bei anderen Sorten, also sollte man sie möglichst mischen, z.B. mit Steinpilzen oder Täublingen. Schmierlinge werden beim Braten zunächst rosa, später dann grau-braun – auch dieser Farbumschlag ist völlig normal und hat keine geschmacklichen Auswirkungen.

Sommerausklang

Nun neigt sich der Sommer seinem Ende zu. Die Tage werden schnell kürzer und die Nächte merklich kühler. Aber die Tage sind immer noch sonnig und warm, und – wie schon fast das ganze Jahr – viel zu trocken.

Im September beginnt die Apfelzeit, und in diesem Jahr trägt unser Baum mal wieder reichlich:

Ausserdem scheint er seinem Nachbarn, dem Kürbis, ernsthaft Konkurrenz machen zu wollen.

Äpfel aus der Kategorie „Familienpackung“:

Da reichen schon zwei für einen saftigen Apfelkuchen 🙂

Kirschen in unbegrenzter Menge

Wir haben in unserem Garten einen grossen Süsskirschenbaum.

Er ist etwa acht Meter hoch und hat gute zwölf Meter Kronendurchmesser – mit vier dicken Hauptästen an einem nur etwa eineinhalb Meter langen Stamm.

Jedes Jahr Anfang Mai verwandelt sich der Baum in einen riesigen, summenden weissen Lampignon, der den ganzen Garten mit einem betörenden Mandelduft erfüllt. In den meisten Jahren ist der Zauber nach zwei Wochen vorbei, und die allermeisten der Abertausenden von Blüten verschwinden spurlos – und dennoch werden es am Ende immer mehr Kirschen als wir essen können.

Dabei handelt es sich um eine helle Sorte unglaublich saftiger und süsser, allerdings nicht sehr aromatischer Kirschen, die sich nicht wirklich konservieren lassen.

Einmal gepflückt kann man sie maximal zwei Tage aufbewahren, Einfrieren oder Einwecken verwandeln sie nur in ein relativ geschmacksneutrales Zuckerwasser, und zum Kuchenbacken sind sie auch ungeeignet. Für Marmelade muss man sie kombinieren (z.B. mit Stachelbeeren oder Grapefruit), aber dann liefern sie kaum mehr als ihre Süsse während der Kombinationsparter den Geschmack völlig dominiert.

Einzige beinahe brauchbare Variante ist sie süss-sauer einzulegen – aber wer braucht schon grosse Mengen süss-sauer eingelegte Süsskirschen?

Nun ja – in diesem Jahr jedenfalls verschwanden die Blüten nicht spurlos. Mindestens ein Drittel aller Blüten wurden Kirschen, in Gruppen zu zwanzig, dreissig Stück an jedem noch so kleinen Zweig.

Egal wie viele wir abpflücken, es werden einfach nicht weniger. Man pflückt und pflückt und pflückt, bis der Korb voll ist, dann tritt man einen Schritt zurück – und nichts hat sich geändert. Der Baum hängt genauso voll wie zuvor. Die Äste hängen bis auf den Boden herab unter dem Gewicht – glücklicherweise sind sie aber bei dieser Sorte sehr stark und elastisch und halten das problemlos aus.

Nun ja, die meisten der Kirschen werden wir den Möwen überlassen, die übrigens unglaublich geschickte Kirschenpflücker sind. Einen Teil werden wir noch verschenken, und ansonsten bei jedem Vorbeigehen naschen bis uns die Bäuche wehtun.

Ein flüchtiger Zauber – aber ein mächtiger solcher 🙂

Mittlerweile ist es auch Zeit sich dem Beerengarten zuzuwenden. Diese kleinen Freunde sind zwar nicht so gross – obgleich mindestens ebenso viele – dafür aber um Grössenordnungen aromatischer, und vor allem haltbarer als die Kollegen am Baum:

Schwarz ist natürlich mein Favorit, aber solo macht das nur halb so viel her wie gemischt.

Leider geht weder Duft noch Geschmack über’s Internet – also müsst ihr euch den Teil zur Geschichte dazudenken: Sommerabend auf der Terrasse, gemischtes Eis, eine Handvoll frische Johannisbeeren, und darüber eine Sosse aus schwarzen Johannisbeeren und Felsenbirne mit einem kleinen Schuss Rum. Minzeblatt freilich, aus dem Kräutergarten.

Frühling

Endlich ist es richtig Frühling! Hunderttausende kleine blaue Feen bevölkern den Waldboden:

…und wenn die da sind, dann kommen sie alle. Der Winter war lang, still, grau und dunkel – aber nun schlägt das ins genaue Gegenteil um. Ein Überfluss an Farbe und Lebenskraft, Vogelgezwitscher, Möwengeschrei, und Kinder überall.

Die Meise hämmert den halben Tag in ihrem Nistkasten herum – als würde sie Bilder aufhängen oder Regale anbringen 😀 Keine Ahnung was sie da treibt, aber auf jeden Fall ist sie jetzt eingezogen und scheint für Nachwuchs zu planen.

Die Elstern haben ihr Nest dieses Jahr im Apfelbaum des Nachbarn gebaut. Ein gewaltiges Gebäude ist das immer, mit zwei Eingängen, Vordach und Balkon (kein Witz!). Es fällt natürlich im Herbst immer in sich zusammen und vom Baum herunter, aber der Nestbau selbst ist ein Hingucker.

Die beiden Elstern – die übrigens ihr Leben lang zusammenbleiben, und schon länger in unserer Nachbarschaft nisten als wir hier wohnen – sammeln im Frühjahr alles nur denkbare Baumaterial zusammen: kleine Zweige (die sie zur Not auch vom Baum abreissen), Steinchen, Glasscherben, Stoffetzen die sie von der Fahne abreissen, Lego-Teile aus dem Sandkasten und natürlich die grellbunt gefärbten Federn vom Osterstrauch…und stapeln sie ganz oben im noch kahlen Baum zu einem protzigen Gebilde auf dass man schon von Weitem als Elsternest erkennt. Sehr stabil ist es nicht: immer wieder fallen Teile herab und müssen wieder hinaufgetragen oder ausgetauscht werden.

Natürlich lassen die beiden ihr Nest keine Sekunde aus den Augen. Jeder der sich auch nur dem Baum nähert wird von zwei Seiten gleichzeitig attackiert, mit lautem Gezeter und Tiefflug-Drohgebärden – bis er sich hinter die unsichtbare Demarkationslinie zurückzieht. Mich lassen sie allerdings in Ruhe, nachdem ich ihnen im vorigen Jahr einmal ein paar Apfelstücke geschenkt hatte – vergesslich sind die Vögelchen nicht, und dankbar sind sie auch: im Gegenzug brachten sie mir nämlich ein paar Fetzen rotglänzendes Bonbonpapier.

Nun ja – warm und sonnig ist es auch geworden. Da schmeissen sich auch gleich die Kreuzottern in ihre Sonnenstühle:

Wie jedes Jahr um diese Zeit konnte Katerchen es natürlich nicht lassen mit ihnen zu spielen zu wollen. Wieso lernt er das denn nicht? Ist schon das dritte Mal! Gott sei Dank macht den Katzen das Kreuzottergift nicht so viel aus (ausser dass es höllisch wehtut) – aber die infizierten Bisswunden sind natürlich jedesmal hässlich.

Aller guten Dinge sind drei

Ein herrliches Vorfrühlingswochenende mit strahlendem Sonnenschein unter blauem Himmel – und das Eis ist schon fast weg!

Ich habe gleich die Gelegenheit genutzt um unsere Clematis von Dach- auf Brusthöhe zurückzustutzen. Nur eine einzelne Pflanze, aber sie deckt im Sommer gut 4×6 Meter Wandfläche mit hunderten gelber Glockenblüten. Im Spätsommer dann verwandeln sich die Blüten in dekorative Federpuscheln, die den ganzen Winter über dranbleiben.

Die Pflanze ist wuchsfreudiger als Dornröschen’s Hecke – wenn man zu dicht davorsteht, beginnt sie einem die Beine hoch zu ranken. Schon so manches Mal musste ich mittags den Angelkescher wieder freischneiden den ich am Abend zuvor daneben an die Wand gelehnt hatte. Im zeitigen Frühjahr schneiden wir sie dann immer auf Brusthöhe zurück – dennoch erreicht sie jedes Jahr bis Midsommar wieder das Dach.

Mit den Schubkästen geht es auch voran. Nummer zwei ist nun fertig gefärbt und lackiert, und schon vor dem Wochenende hatte ich mit der dritten begonnen.

Die ist nun auch fertig geschnitten und zusammengebaut – fehlt nur noch die Farbe.

Nun noch die Endbehandlung der Schienen. Die erste Version passte übrigens nicht – oder vielmehr: sie passten ganz ganz genau, so dass die Schublade bombenfest sass und sich keine bisschen vor oder zurück bewegen liess. Also habe ich von jeder Schiene einen guten halben Millimeter abschleifen müssen, damit die Schublade gleiten kann – und damit auch noch ein wenig Wachs dazwischen passt.

Und nach dem nächsten Wochenende geht es dann ans Umbauen des Schranks.

Ich hab ’ne Meise

…eigentlich nicht nur eine, aber diese liess sich fotografieren:

In der Tat gebe ich mir viel Mühe mit den Vögelchen.

Vor drei Jahren zogen die Meisen nämlich im Herbst weiter nach Süden, und gleichzeitig wurde der Garten von tausenden von Frostspannern invadiert. Trotz Leimringen waren dann im Frühjahr sämtliche Obstbäume in der Umgebung mit deren Larven befallen. Zigtausende von kleinen grünen Raupen, die buchstäblich überall herumkrauchten, frassen nicht nur die Obstblüten, sondern auch die Rosen und Beerensträucher kahl.

Zwar erholte sich das Laub einigermassen bis zum Sommer, aber ohne Blüten blieb uns am Ende nicht eine Pflaume, Birne oder Apfel zu ernten.

Im folgenden Herbst haben wir dann gezielt Futterstellen für die Meisten aufgehängt – und zwar so dass die Dohlen sie nicht herunterreissen und fortschleppen konnten. Und diesmal blieben die Meisen, und im letzten Frühjahr brüteten sie dann auch wieder. Und mit brütenden Meisenpärchen im Garten hatten die wenigen überlebenden Raupen keine Chance – und so konnten wir wieder reichlich Obst ernten.

Interessanterweise ist gleichzeitig mit den Meisen auch jede Menge anderes Vogelvolk zurückgekehrt – und mit einer solchen Singvogel-Armee kann man Schädlinge im Garten gut im Schach halten. Natürlich klauen sie auch die eine oder andere Erdbeere oder Kirsche – aber dank der Vögel haben wir ja genug davon, also ist das nur gerecht.

Das Schrankprojekt macht auch kleine Fortschritte – trotz Verzögerungen durch fehlendes Werkzeug, unbrauchbares Material und Zeitmangel. Immerhin sind die Gehäuseteile komplett, und können nun vorgestrichen und anschliessend zusammengebaut werden.

Ja – ok, ein paar Löcher sind schon noch zu bohren, und hier und da ist noch ein wenig Feinschliff erforderlich. Aber das sollte sich alles im Laufe der Woche schaffen lassen.

Nächste Woche geht es dann an den ausziehbaren Innenteil.