Thema: Küche

Apfel-Spätlese

In diesem Jahr hatte ein später Frost die Blüten der frühen Apfelbäume weitgehend zerstört – also im Prinzip alle unserer Bäume bis auf die zwei jüngsten die spätblühend, aber eben auch noch klein sind. Insgesamt hatten wir am Ende ganze zwölf Äpfel.

Auch im weiteren Umkreis zeigt sich dasselbe Bild: etwa die Hälfte der Bäume trägt überhaupt nicht, die andere Hälfte dagegen gut. Bei den letzteren handelt es sich durchgehend um späte Sorten – und so ist es erst jetzt richtig Apfelzeit.

Die meisten Leute (die ich gefragt habe) mögen ihre Äpfel nicht essen – vor allem nicht die späten, sauren Sorten – und so, obgleich sich in beinahe jedem Garten im Dorf Apfelbäume finden, landen doch die meisten der Früchte auf dem Kompost, oder werden von den Jägern an die Elche verfüttert.

Nun ist es bei uns eine Familientradition im Spätsommer und Herbst das Fallobst einzusammeln, und viele Dorfbewohner sind froh wenn sie ihre Äpfel loswerden bevor sie unter dem Baum verrotten und ihren schönen Rasen verunstalten. Deshalb, auch wenn wir dieses Jahr so gut wie keine eigenen Äpfel hatten, haben wir dennoch körbeweise davon.


Neben frischen Äpfeln, Apfelkompott, Apfelmus, unzähligen Sorten Apfelkuchen und diversen anderen Leckereien machen wir daraus auch Apfelsaft – der um diese Jahreszeit Standardzubehör bei jedem Frühstück ist.

Dazu verwende ich eine einfache keramische Spiralpresse mit elektrischem Antrieb – das geht zwar langsam und erfordert ein vorheriges Kleinschneiden der Äpfel, aber der Aufwand lohnt sich und schliesslich sind ja die Äpfel gratis.

Fallobst eignet sich hierzu genauso gut wie die Früchte vom Baum. Ein paar braune Stellen schaden nicht – im Gegenteil: sie geben dem Saft ein bisschen extra Süsse, und bräunlich wird der Saft sowieso.

Da die Presse nur einen Grobfilter hat, wird der Saft trüb – winzig kleine Bruchstücke vom Fruchtfleisch schweben darin, und setzen sich nur langsam nach und nach am Boden der Karaffe ab – mal mehr, mal weniger, je nach Sorte, Reifegrad und Wetter.

Im Kühlschrank hält sich der Saft dann ein paar Tage bis eine Woche – aber bis dahin ist er ohnehin ausgetrunken.

Glühende Bohnen

Nein, das ist kein Tippfehler. Die Rede ist vom Abendessen, und da gibt es heute einen Bohnensalat – hier das Rezept:

Man nehme:

  • ca. 400g schwarze Bohnen (vorgekocht und abgespült)
  • eine rote Zwiebel
  • zwei Knoblauchzehen
  • eine rote Paprika
  • eine Handvoll Tomaten
  • eine Hot Chili (z.B. Habanero)
  • frisch gehackte Koriander und Petersilie

Also in etwa so:

Die Zutaten für den Salat

Für das Dressing benötigt man außerdem:

  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL fein gemahlenen Kreuzkümmel
  • ½ – 1 gestr. TL Salz
  • schwarzen Pfeffer aus der Mühle

Die Zwiebel und der Knoblauch werden geschält und grob gehackt. Paprika und Tomaten werden kleingeschnitten, die Kräuter ebenfalls. Dann kommt alles in die Schüssel mit den Bohnen.

Wer hier – so wie ich – Habanero oder ähnliches verwendet, der sollte erst einmal die Schärfe testen. Mir genügt heute etwa ein Drittel der Schote. Diese wird fein gehackt und kommt ebenfalls in die Schüssel.

Fertig geschnitten und gehackt.

Für das Dressing mischt man das Olivenöl gründlich mit dem Salz und dem Kreuzkümmelpulver, und verteilt das ganze einfach gleichmässig über das Gemüse in der Schüssel.

Dazu noch einige Runden schwarzen Pfeffer aus der Mühle, und dann alles gut durchmischen.

Guten Appetit!

Hat optisch ein bisschen was von glühenden Kohlen – und hat man sich beim Chili verschätzt, trifft das auch auf das Geschmackserlebnis zu. Macht aber nichts – ich verschätze mich jedesmal, und es kommt trotzdem gut an.

Mein Tipp dazu: nicht solo essen, sondern mit Brot, oder zumindest ein Glas Milch in Reichweite haben.

Es empfiehlt sich ausserdem in der nächsten Nacht ein paar schwere Steine auf die Bettdecke zu legen um ein versehentliches Davonschweben zu verhindern 😉 Wer leicht Abgasprobleme bekommt, sollte diesen Salat entweder überspringen, oder aber viel öfter essen!

Na denn – viel Spaß!

Hochsommer

Die Sonne hat ihren höchsten Stand inzwischen überschritten, die Nächte werden ganz allmählich wieder länger – und die Gartensaison geht nun vom Blattwerk zu allerlei Früchten über.

Vorfreude auf Tomaten

Noch sind die Tomaten grün, hier braucht es noch Geduld. Aber die Vorfreude auf einen saftig-frischen Tomatensalat lässt einem trotzdem schon mal das Wasser im Mund zusammenlaufen…

Gurke im Werden

Gurken wird es aller Voraussicht nach reichlich geben – und das ist auch gut so, denn unsere Vorräte an eingelegten Gurken sind nach der aufgrund der Trockenheit im letzten Jahr weitgehend ausgebliebenen Ernte ziemlich zusammengeschrumpft.

Kohlrabi kurz vor der Ernte

Auch der Kohlrabi wächst in diesem Jahr wieder besser.

Die Johannisbeeren sind sehr zuverlässig – im zeitigen Frühjahr als wesentliche Nahrungsquelle für die Sandbienen, und im Hochsommer als Genuss für uns und allerlei Vogelvolk.

Die Trockenheit haben sie mit reduziertem Wachstum beantwortet, aber nun treiben sie wieder aus. Das geht natürlich ein wenig zu Lasten der Fruchtmenge, aber wir können uns trotzdem auf ein paar prickelnde Desserts freuen:

Rote Johannisbeere kurz vor der Ernte

Die Definition des Hochsommers sind aber immer noch diese Kerlchen:

Süss, saftig, hocharomatisch – und ausgeprochen kurzlebig: Erdbeeren

Erdbeeren sind ein flüchtiges Erlebnis – sind sie reif, muss man sich beeilen, denn die Schlange erwartungsvoller Konsumenten ist lang: Ameisen, Schnecken, Würmer, Vögel, Schimmelpilze und Bakterien…und wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Erdbeeren reifen superschnell, von hellgrün zu dunkelrot dauert es nur ein paar Stunden, und wenn man dann nicht zugreift, sind sie ganz schnell unbrauchbar.

Aber selbst wenn man sie rechtzeitig ergattert – haltbar sind sie nicht. Die einzigen Alternativen sind sie frisch zu verbrauchen oder…na ja, sie frisch zu verbrauchen. Sonst verlieren sie ihr fantastisches Hochsommer-Aroma.

Natürlich darf man beim „Verbrauchen“ durchaus ein bisschen Fantasie hinzufügen…oder auch Eis 😉

Erdbeer-Tartelettes – nur heute frisch, nicht haltbar.

Goldfisch

Da ich einen See quasi vor der Haustür habe, gehört die gelegentliche Angeltour zum Standardprogramm. Es ist schon ziemlich spät im Jahr – schon fast Midsommar, die Saison hat längst begonnen!

Die Spezialität unseres Sees ist der Zander.

Zander sind nicht ganz einfach zu fangen – sie sind argwöhnisch und vorsichtig. Sie verfolgen ihre Beute (bzw. meinen Köder) erst eine Weile bevor sie zuschnappen – aber selbst wenn sie zubeissen, tun sie das oft nur halbherzig – um im Zweifelsfalle ganz schnell wieder loslassen zu können.

Aber zunächst einmal muss man sie finden, und das fordert schon ein wenig Geduld. Nach drei Stunden war es heute soweit.

Langsames, mühsames Einholen der Leine. Bis sie an die Oberfläche kommen, ziehen Zander einfach nur stur in die andere Richtung – ohne viel Gezappel, aber mit viel Kraft. Fühlt sich an als würde man einen Sack Kartoffeln hochziehen.

Irgendwann blinkt es dann in der Tiefe – Gold!

Zander, frisch gefangen

Ein bisschen mehr als ein halber Meter, und gute anderthalb Kilo Lebendgewicht – also im Durchschnitt, und ausreichend für eine Vier-Personen-Mahlzeit.

Zanderfilets sind grätenfrei, zart und saftig – eine Delikatesse. Ihre Herstellung ist ziemlich einfach.

Zuerst wird der Fisch abgeschuppt, ausgenommen und gründlich gewaschen.

Beim Ausnehmen finde ich eine Rotfeder im Magen, knapp angedaut. Das ist nicht unwesentlich – denn ein erfolgreicher Raubfisch mit gutem Appetit ist in der Regel gesund.

Die Organe sehen ebenfalls normal aus, und äusserlich finde ich ausser meinen Schnitten keine Hautveränderungen oder andere Auffälligkeiten. Das Fleisch ist zartrosa, fest und gleichmässig, die Kiemen frei und dunkelrot ohne Besonderheiten.

Ausgenommen und abgeschuppt, küchenfertig

Wie genau man schneiden muss um die Filets zu erhalten, dazu gibt es reichlich Anleitungen – und zwar verschiedene. Ich bin kein Profi, aber meine Methode funktioniert auch.

Ich schneide hinter den Kiemendeckeln rundum bis auf die Wirbelsäule ein, verlängere dann den Bauchschnitt auf beiden Seiten der Afterflosse bis zur Schwanzflosse. Dann zwei tiefe Längsschnitte auf beiden Seiten der Rückenflossen – bis zur Wirbelsäule (die ist etwa in der Mitte des Fisches, also so tief).

Anschliessend kann man vom Rücken her die andere Hälfte der Filets einfach mit ein paar Längsschnitten von den Rippen schälen, und voilà:

Zanderfilets

Die Haut belasse ich – auf ihr werden die Filets später gebraten. Man kann sie auch entfernen, aber das ist eine ziemliche Sysiphusarbeit und verbessert eigentlich nichts.

Dann wasche ich die Filets noch einmal, und teile sie in portionsgerechte Stücke.

Filetstücke, pfannenfertig

Bei wild gefangenem Süsswasserfisch – wie bei allem wild gefangenen oder gesammelten Essen – gibt es ein paar Regeln hinsichtlich Gesundheit und Hygiene zu beachten.

Zum einen sollte der Fisch natürlich keine deutlich erkennbaren Anzeichen von Krankheiten aufweisen. Ein genaues Anschauen von aussen und innen (wie oben beschrieben) ist also ganz wichtig.

Zum anderen muss man davon ausgehen dass der Fisch Träger von Parasiteneiern bzw. -larven ist (Bandwurm, beispielsweise) – auch wenn man sie aufgrund ihrer Winzigkeit nicht sieht. Das ist völlig normal, und an sich kein Hindernis für den Verzehr.

Entsprechend gilt es, bis zur sicheren Zubereitung den Fisch erstmal von anderen Lebensmitteln getrennt zu hantieren – und Geschirr und Werkzeuge nach Gebrauch gründlich zu reinigen. Händewaschen nicht vergessen, und nicht nebenher essen oder trinken!

Ausserdem sollte man den Fisch nicht roh essen – sondern prinzipiell entweder durchgaren (sollte 70°C für 2min erreichen), oder für mindestens 10 Stunden bei -8°C oder kälter einfrieren. Das macht den Parasiteneiern den Garaus, und anschliessend ist der Fisch verzehrbereit.

Ein Rezept für den Zander gibt’s vielleicht ein anderes Mal, die Filets gehen jetzt nämlich erstmal in den Gefrierschrank.

Experimentalküche

Manchmal wage ich mich ins Unbekannte und würfele einfach was zusammen – und von Zeit zu Zeit überrascht mich das Ergebnis.

Dieses Mal habe ich einen Mix aus verschiedenen Linsen mit ein wenig Porree angebraten, und dann zusammen mit einer kräftigen Prise Kreuzkümmel, hauseigenem Koriander und einem fein gehackten Habanero in Paprikaschoten gefüllt, mit einem Klecks Joghurt abgedeckt und das ganze 20 Minuten bei 180°C im Ofen gegart – zusammen mit einem Blech voller Süßkartoffel-Spalten.

Und dann…oooh! Gar nicht schlecht, könnte man glatt öfter machen 🙂 Vielleicht noch ein wenig mehr von dem Joghurt…

Ein ganz trockenes Thema

Weiches Brot, das noch relativ viel Wasser enthält, ist ohne neuzeitliche Hilfsmittel wie Tiefkühlschränke nicht lange haltbar. Zum einen trocknet es aus und verliert dabei sein Aroma und wird zäh – und zum anderen wird es schnell von Schimmelpilzen befallen und dadurch ungenießbar.

Eine einfache Lösung des Problems ist dem Brot von vornherein das Wasser zu entziehen. Der Haken an der Geschichte ist aber dass das Brot dadurch hart wird – wodurch der Verzehr desselben nahezu unmöglich wird. Es sei denn…

…man backt es in ganz dünnen Scheiben und vielen kleinen Löchern oder Hohlräumen. Dann wird es spröde und lässt sich leicht brechen („knäcka“) und mit den Zähnen zermahlen.

Ja, die Rede ist von…Knäckebrot! (schwedisch: knäckebröd)

Nun ja, die Idee ist nicht neu – sondern schon mindestens 1500 Jahre alt. Sie stammt vermutlich aus dem Värmland, also etwa 300km nordwestlich von hier – aber so ganz genau weiss das keiner mehr.

Von den im Handel angebotenen Sorten bevorzuge ich Leksand’s. Leksand liegt zwar nicht im Värmland, sondern in Dalarna – produziert aber trotzdem meiner Meinung nach das beste Knäckebrot im ganzen Land. Im vorletzten Sommer haben wir die Fabrik in Leksand sogar einmal besucht und uns von deren Ausstellung (und Kostproben) inspirieren lassen.

…aber natürlich backe ich mein Knäcke zum Teil auch selbst.

Meine Lieblingsvariante dabei besteht hauptsächlich aus grobem Roggenmehl, dazu ein wenig Weizenmehl, Kleie sowie eine Handvoll verschiedener Samen (Leinsamen, Sesam). Dieses Mal habe ich außerdem rote Linsen daruntergemischt.

Knäckebrot mit Leinsamen, Sesam und roten Linsen

Nach dem Backen wird das Knäckebrot noch mindestens einen Tag an der Luft getrocknet. Anschliessend lässt sich in einem Einweckglas monatelang lagern…allerdings wird es bei uns in der Regel keinen Monat alt 😉

Dieses Knäckebrot passt prinzipiell zu allem – aber am liebsten essen ich es zu Suppen oder Salaten (fantastisch mit Tomatensalat!).

Pizza

Die möglicherweise bekannteste und beliebteste Art von „Brot mit was drauf“ heisst Pizza. Erfunden wurde sie bekanntermaßen im Süden Italiens, und etwas mehr tausend Jahre später habe ich sie auch genau dort für mich entdeckt: in Reggio di Calabria.

Pizza wird heute in vielen Teilen der Welt gebacken, und logischerweise auch in unserer Küche – allerdings ohne jeden Anspruch auf Perfektion oder Originalität. Wir sind schließlich 2000km von Reggio entfernt, also kann ich machen wie ich will.

Für den Teig verwende ich folgende Zutaten:

  • 400g kaltes Wasser
  • 8g Hefe, im Wasser aufgelöst
  • 600g Weizenmehl
  • 2EL Olivenöl
  • 2TL Salz
  • 1½ TL Zucker

Das ganze verknete ich zu einem gleichmässigen, elastischen Teig, und lasse diesen dann etwa eine Stunde ruhen. Anschliessend forme ich daraus zwei runde Teigklumpen, die noch mal eine halbe Stunden gehen dürfen.

Pizzateig vor dem Gehen

In der Zwischenzeit stelle ich die Tomatensoße her. Da mache ich auch keine Wissenschaft draus: 400g gehackte Tomaten, einen Esslöffel Tomatenmark, 2EL Olivenöl, zwei grob gehackte Knoblauchzehen, ein wenig Honig, natürlich Oregano sowie Salz und Pfeffer – einfach gott- und gewissenlos mit dem Stabmixer zusammengerührt. Wie gesagt, 2000km bis Reggio…niemand erwartet hier Kunst.

Zutaten für die Tomatensoße

Dann heize ich den Ofen vor – 275°C dürfen es sein.

Bis er heiß ist, rolle ich die Teigklumpen jeweils von der Mitte her aus. Da der Teig nicht klebt und elastisch ist wie ein Tuch, kann man ihn auch einfach in beide Hände nehmen und in der Luft in alle Richtungen strecken. Tut man das von der Mitte nach außen, bleibt ein leicht erhöhter Rand stehen.

Meine Pizza wird viereckig (oder so ähnlich) – schlicht weil das Blech viereckig ist, und ich den Platz ausnutzen möchte.

Dann streiche ich die Tomatensoße auf die Pizza, und beginne mit dem Belegen – und lasse der Fantasie freien Lauf. Hier mal mit grünem Spargel und Mozarella.

Dann ab in den Ofen, ohne diesen herunterzudrehen. Pizza geht schnell, 7-10 Minuten, je nachdem wie sehr durchgebacken und knusprig man sie mag

Ja, und dann…

…heh! Ich wollte doch erst noch ein Foto machen!

Brot mit Charakter

Letzte Woche hatten wir ein feines Dinkelbrot, das sich durch seinem zart-nussigen Geschmack im Hintergrund hält und mit beinahe allem harmoniert.

Diese Woche backe ich nun den Familienfavoriten – ein grobes, kräftig gewürztes Vollkornbrot mit einem völlig anderen Charakter: dunkel, wild und frontal, eine süss-scharfe Herausforderung für den Geschmackssinn und ein kräftiger Gegenspieler für Zähne und Kaumuskeln. Dieses Brot harmoniert nicht – es dominiert. Der Rest der Mahlzeit ist nur Beilage.

Gleichwohl – oder vielleicht auch gerade wegen seines pivotalen Charakters – ist es unser beliebtestes Brot. „Geht weg wie warme Semmeln“, möchte man sagen, aber das wäre noch eher eine Beleidigung…

Schrotmischung und Vorteig

Ich beginne am Dienstagabend mit dem Vorteig. Diesen rühre ich zusammen aus:

  • 2 EL Sauerteiggrund
  • 160g Roggenmehl
  • 300ml Wasser

In einer separaten Schüssel mische ich dann:

  • 200g Roggenschrot
  • 150g Sonnenblumenkerne
  • 50g Leinsamen
  • 1½ EL Kreuzkümmelpulver
  • 1½ EL Salz

…und überbrühe das ganze mit 400ml kochendem Wasser. Beides darf dann abgedeckt bei Zimmertemperatur über Nacht stehen.


Mittwochmorgen – weiter gehts…

Jetzt wird der Teig hergestellt. Dazu mische ich den Vorteig und die gebrühten Körner, sowie:

  • 400g Roggenmehl
  • 300g Weizenmehl
  • 175g dunklen Sirup
  • 300ml kaltes Wasser
  • 25g (½ Paket) Hefe, vorher im Wasser aufgelöst
Zutaten für den Teig

Ich verwende hier ein mittelgrobes Roggenmehl – aber ein feineres geht natürlich genauso gut, wenn nicht sogar besser: feineres Mehl bindet das Wasser besser, und dadurch geht der Teig mehr auf, das Brot wird insgesamt zarter und lockerer und die erforderliche Backzeit etwas kürzer.

Andererseits gibt die grobe Qualität diesem Brot seinen urigen und widerspenstigen Charakter, den wir so lieben.

Die Zutaten werden etwa 5-7 Minuten lang gründlich verrührt, bis sie sich gleichmässig vermischt haben. Anders als beim Dinkelbrot bleibt dieser schwere Teig zähflüssig und klebrig und lässt sich nicht kneten.

Übrigens: wer’s nachmachen möchte, der sollte daran denken eine ausreichend große Schüssel (3l oder grösser) zu verwenden – denn dieser Teig braucht viel Platz, zumal er ja noch aufgehen soll.

Anschliessend darf der Teig abgedeckt bei Zimmertemperatur etwa zwei Stunden gehen.


Zwei Stunden später…

Inzwischen habe ich den Teig in zwei gut gefettete Backformen gefüllt, mit nassen Fingern glattgestrichen und dann mit etwas grobem Roggenmehl bestreut.

Nachgehen in der Backform

Und so lasse ich sie nun, mit einem Tuch abgedeckt, noch einige Zeit weiter gehen – etwa ein bis zwei Stunden, bis der Teig den Rand der Backformen erreicht hat.


Inzwischen ist es Nachmittag, und die Brote sind ordentlich aufgegangen.

Fertig gegangene Brote, bereit zum Backen

Nun ist es Zeit den Ofen vorzuwärmen, und zwar auf 250°C.

Wenn er diese Temperatur erreicht hat, drehe ich ihn auf 200°C herunter und backe die Brote für gut eine Stunde.

Tip: Wenn man beim Nachmachen festgestellt hat dass die Brote nach einer Stunde noch nicht ganz durchgebacken sind, muss man die Backzeit eventuell ein wenig verlängern. Dazu prüft man mit einem Bratenthermometer die Temperatur in der Mitte des Brotes – diese soll etwa 90°C betragen.


So, beinahe Kaffee-Zeit – und jetzt sind die beiden Brote fertig:

Fertige Brote

Natürlich müssen sie noch abkühlen bevor wir sie anschneiden können, und dazu decke ich sie mit einem Tuch ab, damit die Kruste nicht zu hart wird.

Dieses Brot will starke Begleiter – einen deftigen Matjessalat zum Beispiel, oder ein paar Brocken Parmigiano reggiano. Roh gebratenen Rosenkohl, oder mit Västerbottenkäse überbackenen Sellerie, oder im Sommer vielleicht einfach Tomatensalat? Dazu einen dunklen Assam oder (besser noch) Meda Watte. Bier geht natürlich auch, und im Prinzip sogar Kaffee.

Das Brot hält sich gut ein paar Tage, am besten in einer dicht verschlossenen Dose. Man kann es auch, in Scheiben geschnitten, problemlos einfrieren.

Ausserdem kann man es sehr gut toasten (besonders wenn es schon ein paar Tage alt ist), was seinen Charakter noch betont.

Na denn…guten Appetit.

Nina’s Favoriten (Teil 2)

Jetzt ist es Abend, und damit Zeit die Brötchen zu backen.

Der Teig ist inzwischen deutlich aufgegangen…

Teig fertig aufgegangen

Ich lege ihn also auf ein gemehltes Brett, und drehe ihn in Baguette-Manier ein paar Mal ein, und so darf er dann noch mal abgedeckt eine gute Stunde gehen bis er sich wiederum sichtbar vergrössert hat.

Nachgehen auf dem Brett

Dann ist es Zeit den Ofen vorzuwärmen – auf 250°C.

In der Zwischenzeit schneide ich den Teig quer mit einem Küchenmesser in etwa gleich große Stücke. Auf einem Teller habe ich Sonnenblumenkerne ausgestreut, und nun lege ich jedes der Teigstücke mit der feuchten Schnittkante nach unten darauf so dass die Kerne kleben bleiben:

Brötchenherstellung

…und platziere sie dann mit den Kernen nach oben auf ein Backblech:

Brötchen auf dem Backblech

Hat der Ofen seine Temperatur erreicht, werden die Brötchen gebacken – und zwar 15 bis 18 Minuten bei 200°C:

Brötchen im Ofen

Am Ende lasse ich sie dann auf einem Gitter abkühlen.

Am Sonntagmorgen werden sie noch einmal 5 Minuten bei 200°C im Ofen aufgefrischt, damit sie schön knusprig und warm sind. Dazu gibt’s Rührei und gebratene Schinkenstreifen, oder Omelette, oder frischen Salat mit pochierten Eiern…

Nun ja – noch ist nicht Sonntagmorgen. Aber so ein frisch gebackenes Roggenbrötchen passt auch hervorragend zu einem Schüsselchen übriggebliebener Hühnersuppe (oops, ich soll doch eigentlich nicht…).

Hühnersuppe

Ganz frisch schmecken sie natürlich am besten, aber die Brötchen halten sich auch ein paar Tage in der Brotbox. Das heisst also falls welche übrigbleiben.

Wenn sie nach ein, zwei Tagen schon ein wenig trocken geworden sind, schneidet man sie einfach auf der Hälfte durch und röstet sie im Toaster, dann werden sie wieder ein Genuss.

Nina’s Favoriten (Teil 1)

Wochenende!

Zum Wochenende gehören die Sonntagsbrötchen, und deren Herstellung – wenngleich trivial – will ich hier einmal beschreiben.

Bei uns gibt es im Prinzip drei Sorten – zwei helle und eine dunkle – und diesen Sonntag, auf Wunsch einer einzelnen Dame, sollen es die dunklen sein. Das Rezept dazu stammt ursprünglich aus Johansson’s Sammlung, ich habe es lediglich ein wenig an unseren Geschmack angepasst.

Die Gehzeit beträgt etwa 8 bis 10 Stunden, deshalb beginne ich mit der Vorbereitung am Samstagmorgen, gleich nach dem Frühstück. Für den Teig benötigt man folgende Zutaten:

  • 225g Roggenmehl (fein)
  • 225g Weizenmehl (fein)
  • 20g Leinsamen
  • 30g dunklen Sirup
  • ½ EL Kümmel (kann man weglassen wenn man Kümmel nicht mag)
  • 1½ TL (8-10g) Salz
  • 350ml kaltes Wasser
  • 1TL (4-5g) frische Hefe

Zutaten für den Brötchenteig

Zunächst löst man die Hefe im Wasser auf. Anschliessend mischt man die Zutaten in einer Schüssel und verknetet sie gründlich, etwa 5 Minuten lang. Die mechanische Bearbeitung ist wichtig damit die Brötchen später locker und luftig werden.

Fertig gekneter Teig

Danach forme ich den Teig zu einem Klumpen (Mehl hilft wenn er noch etwa klebrig ist), und lasse ihn dann abgedeckt bis zum Abend gehen. Bei Raumtemperatur – nicht warmstellen!

Teigklumpen

[Fortsetzung]