Milchlinge und Schirmchenschnitzel

Zu unserer großen Freude fanden wir heute die ersten Birkenreizker.

Birkenreizker, die gar keine echten Reizker sind und eigentlich Birken-Milchlinge heißen, bilden einen brennend scharfen, weißlich-trüben Saft, der giftig ist. Dadurch sind sie nur selten von Insektenlarven befallen, und werden auch von Wildtieren weitgehend gemieden.

Lactarius torminosus – am besten solange die Hutkante noch eingerollt ist

Allerdings ist diese ”Milch” gut wasserlöslich und lässt sich so relativ leicht aus den Pilzen herauskochen, wodurch diese dann genießbar werden – ein bißchen mehr Aufwand als bei anderen Pilzen also, der sich aber durchaus lohnt.

Dabei bleiben die Milchlinge nämlich schön bissfest, und eignen sich so – kleingehackt – als Grundlage für einen bei uns sehr beliebten Brotbelag.

Kleingehackte Milchlinge, Zwiebel, Creme fraîche und frische Gartenkräuter

Eine Scheibe kräftiges Roggenbrot dazu, frische Gartentomaten, und ein helles Bier – kaum zu schlagen.

Pilze haben ja oft recht treffende Namen, wie dieser Riesenschirmling (auch Parasol genannt), der mit seinen stattlichen 25cm Hutdurchmesser durchaus als Sonnenschirm herhalten kann:

Ein essbarer Sonnenschirm obendrein: zuhause angekommen, kann man ihn einfach in Stücke schneiden, panieren und braten – Schirmchenschnitzel, sozusagen.

Oväntad beröm

Plommonträdet bar lite rikligt i år, så att gamlingen behövde extra stöd ganska så tidigt för att klara av vikten – och vi fick skynda oss att plocka ner massorna så fort de blev tillräckligt mogna.

Eftersom det blev alldeles för mycket för oss själva, ställde vi fram några korgar åt allmänheten – och fick en del beröm för detta.

Men utav alla anledningar till beröm, så prisades frukterna framförallt för att de var så hjälpsamma vid hård mage – och inte ett ord om den goda smaken.

Jaså…

Prompte Lieferung

Ich muss das zurücknehmen.

Nach ein paar Tagen Regenwetter schießen nun die Pilze wie…ähm, ja also…wie Pilze aus dem Boden, und an manchen Stellen stehen sie so dicht dass man nicht mehr weiß wo man noch hintreten soll.

Boletus spp., Suillus variegatus

So werden die Hundespaziergänge jetzt zu logistischen Herausforderungen. Eine Kiepe wäre praktisch…

Momentan im Angebot sind neben einer reichlichen Auswahl von Steinpilzen und anderen Röhrlingen auch wieder unsere beliebten Habichtspilze, sowie einige Täublingsarten.


Wenn ich Pilze sammele, sammelt Masha Stöcke. Von jeder Waldrunde bringt sie einen davon mit nach Hause. Das macht etwa drei Stöcke pro Tag – also einen sprichwörtlichen Haufen Holz.

Dabei sprechen wir nicht von Stöckchen, sondern mitunter von meterlangen, armdicken Ästen die sie mehrere Kilometer weit nach Hause schleppt. Dabei ist sie durchaus wählerisch: fest müssen sie sein, und eine gewisse Mindestlänge und -dicke haben, und idealerweise ein wenig krumm oder verzweigt sein.

Zuhause angekommen, legt sie die ”Beute” zu ihrer Sammlung – und schaut sie danach nie wieder an.

On another time scale

I planted a tree today.

Now, it’s not the first tree I’ve planted in my life – actually, I’ve planted quite a number of trees. Wherever I’ve lived, I left at least one tree behind, and some of them may be quite big by now.

But this one may be worth mentioning.

It’s a Tilia Cordata, more commonly known as small-leaved linden, approximately three years old and of the same height as me.

It can grow to over twenty meters, and live for hundreds of years – and exactly that is the point: it has no purpose other than to be a tree, and to grow tall and old. If I have a say in this, then it shall never be felled.

Since the core wood of a linden tree decays over time, it can be difficult to determine its age. In such cases, it helps to have the tree mentioned in historic documents that can be dated relatively precisely.

But now that’s easier said than done, because if I get my will, the tree will easily outlive me (and this blog anyway), the house and any other tree in the garden, my children, their children and generations after them, and by the time the age of the tree becomes of special interest to someone – namely when it is big and old – any documentation of my planting the tree will long be lost.

So, how do I do that? How do I tell that someone a couple of centuries from now that it was in my lifetime when the tree was planted – and how do I explain to them when exactly that was?

What, in the information age, is made to communicate with a distant future?

The mutability of today’s media – and the resulting short life cycle for any piece of original information – could mean that we loose significant amounts of knowledge within two or three generations, without even a trace that it once existed. Centuries or millennia seem entirely out of range in this context.

And to me that’s a critical gap in our information technology. Not necessarily a problem it created, but certainly a problem it will exacerbate drastically.

Or maybe it’s a gap in our thinking: while we are so keen to unearth the knowledge of ancient kingdoms, we ourselves leave very little behind for those of our kind who will once look back at us from the same distance.

Herbstanfang

Ein weiterer warmer und trockener Sommer ist vorbei, und der Herbst zieht ein. Es ist kühl und feucht, der Himmel meist bedeckt, und das Laub wird langsam bunt.

Aufgrund der langen Trockenheit gibt es nur wenige Pilze – mit einer erstaunlichen Ausnahme: Champignons!

In anderen Jahren gab es diese immer nur für kurze Zeit, und auch nur an bestimmten Stellen die man kennen musste. In diesem Jahr aber tauchen sie schier überall auf, und teilweise in großen Gruppen – Massenware.

Von kleinen und großen Beeren

Vor einigen Jahren bekam ich ein Stück des Wurzelstocks einer Stachelbeere geschenkt. Der kleine Strauch wächst zwar unglaublich langsam, produziert aber inzwischen jedes Jahr eine kleine Schüssel voll lustiger Beeren.

Ein ”Grand Design” der Natur – faszinierende Optik, und Spaß pur beim Essen. Sie pieksen zunächst auf der Zunge, knacken beim Zerbeißen und schmecken zuerst supersauer – belohnen den Wagemutigen dann aber mit einem süßen und ausgesprochen aromatischen Gelee.

Eine grüngelbe Variante davon wächst wild im Wald, nicht weit von hier.

Wunderschön anzusehen, und ein Erlebnis für Gaumen und Zunge – Stachelbeeren

Eine ganz andere, aber ebenfalls sehr aromatische Beere stand heute auch noch auf dem Speiseplan:

Eine Tagesernte Tomaten

…und zwar dieses Mal ganz schlicht mit Mozarella und Basilikum.

Heisse Spätsommertage

Der Sommer ist nun eigentlich vorbei, gleichwohl werden wir schon seit drei Tagen von einer Hitzewelle geplagt, mit Mittagstemperaturen um oder sogar über 30°C.

Dabei ist es windstill und trocken. Zwar gibt es ein paar vereinzelte Wärmegewitter, aber die sind winzig, und führen keinen nennenswerten Niederschlag mit sich.

Als wir auf dem Heimweg von Revsudden durch das Gewitter(chen) im Bild unten fuhren, brauchte ich nicht einmal die Scheibenwischer anzumachen – die Tropfen auf der Windschutzscheibe waren sehr übersichtlich, mit jeweils mehr als einer Handbreite Abstand dazwischen.

Minigewitter über dem See

Anderswo mag das eine ganz normale Wetterlage für diese Jahreszeit sein, aber in diesem Teil der Welt ist das ungewöhnlich. Augustwetter ist sonst deutlich kühler, mit Höchstwerten um die 20°C, begleitet von zunehmenden westlichen Winden.

Masha meidet die Hitze. Viel zu anstrengend. Lieber sucht sie sich ein kühles Schattenplätzchen und döst dort den Tag über vor sich hin – und wenn schon spazieren gehen, dann bestenfalls hinunter zum See, um sich im Wasser ein wenig abzukühlen.

Ich dagegen war gezwungen die Außentreppe zum Garten zu erneuern – die fünfstufige Holzkonstruktion war schon sehr alt und hatte begonnen sich aufzulösen, so dass sie nicht mehr trittsicher war. Der Neubau kostete eigentlich nur ein paar Stunden verhältnismässig leichter Arbeit, aber in dieser Hitze kamen mir diese wie tagelange Schwerstarbeit vor.

Masha warf mir von ihrem Liegeplatz aus hier und da einen mitleidigen Blick zu: ihr Menschen seid ja verrückt. Das beste was man bei diesem Wetter tun kann ist: nichts. Mit ein wenig gesundem Hundeverstand würdest du dich einfach ins Kühle legen und abwarten.

Elements

Of course we don’t know for sure, but dogs appear to take the world pragmatically as it is. Just accepting, never wondering about the meaning of it all.

Taking Masha on a short trip to Ölands eastern coast, I have remembered how.

She is used to water, given that we live a stone’s throw from a lake. But such a vast body of water – with only one shore – had her sit and stare at the horizon for a long time, mesmerized and awestruck at the same time.

And then…

She just charged the ice-cold, brackish waves, jumping, swimming, diving, drifting along, or letting them crash around her ears. Fetching stuff from no matter how far out, again and again and again. Lying in the sand, just listening to the waves, taking it all in.

Ball rescue from the edge of the world

And then she gave me this deeply satisfied look, and suddenly I realized that she was at home. This simple world of sand and water and the sky above, was perfect to her. Divine. Such a sense of belonging.

The strange part is – I felt it too: a moment where life is perfect just as it is.

That didn’t take much.

On the contrary.

Schulausflug der Hasen

Masha und ich gingen gerade den Nytorpsvägen hinunter, als kurz hinter der letzten Kurve plötzlich ein Hase mitten auf dem Weg saß. Wir gingen langsam auf ihn zu, aber er starrte uns nur an und rührte sich nicht vom Fleck.

In letzter Sekunde, als wir keine drei Meter mehr entfernt waren, sprang er plötzlich nach links in die Wiese und verschwand im hohen Gras. Ich schaute ein paar Sekunden hinterher, und Masha schnüffelte nach einer Spur, aber er war verschwunden. Wir sahen uns kurz an – ich erleichtert, Masha enttäuscht.

Als wir uns jedoch umdrehten um weiterzugehen, sahen wir uns einer Gruppe von vier Hasen gegenüber – keine zwei Meter von uns entfernt.

Die vier Langohren starrten uns verblüfft an, und wir starrten ebenso verdattert zurück. Ein paar Sekunden rührte sich niemand. Erst als Masha einen Schritt auf sie zu machte, rannten die Hasen in verschiedenen Bögen um uns herum dem ersten Hasen hinterher.

Ein paar Sekunden darauf kam noch ein kleinerer Hase aus derselben Richtung angerannt, machte aber keinerlei Anstalten uns auszuweichen, sondern sauste einfach weiter quer über den Weg den anderen hinterher, wobei er uns beinahe umrannte.

Irgendwie kam mir die Szene bekannt vor….Schulwandertag?