Autor: nursix

Sommermusik

Ein Klassiker unter den Sommerklängen ist das ewige Zirpen der Grillen.

Beim Spaziergang im Garten versuche ich den Musiker zu finden. Ich kann ganz exakt sagen woher das Geräusch kommt – sehe aber trotzdem nichts. Er ist getarnt, und zwar richtig gut.

Einige Zeit später entdecke ich ihn: beim Gießen bekommt er eine Dusche und klettert empört in die Sonne um sich zu trocknen. Entschuldigung Meister, aber du warst einfach nicht zu sehen…

Gut zu hören, aber fast nicht zu sehen: das grüne Heupferd

Der Dschungel in dem er da sein Ständchen gibt gehört übrigens zu meinen Favoriten unter den Gartengemüsen – Bohnen.

Diese Pflanze wird schon seit der Steinzeit kultiviert – ursprünglich kommt sie wohl aus Südamerika.

Bohnenpflanzen sind sehr schön anzusehen, mit ihren mal weißen, mal zartrosa, mal knallroten Blüten und ihren kräftig geaderten, dunkelgrünen Blättern.

Die Samen sind nicht minder hübsch, und sehr vielfältig: weiss, schwarz, bläulich, rot, gelb, manchmal auch gepunktet…diese hier waren schwarz.

Robust, attraktiv und ergiebig: die Gartenbohne

Bohnenpflanzen sind unkompliziert und energisch – hat der Boden etwa 15°C erreicht, keimen sie eigentlich immer, wachsen sehr schnell und blühen den ganzen Sommer lang.

Dabei arbeiten sie mit bestimmten Bakterien an ihren Wurzeln zusammen die den Stickstoff aus der Luft in pflanzentaugliches Nitrat verwandeln, was ihnen zum einen ihre enorme Wuchskraft verleiht, zum anderen aber auch dazu führt das Bohnen den Boden nicht auslaugen, sondern vielmehr bereichern. Wo in diesem Jahr die Bohnen stehen, gedeihen im nächten Jahr die nährstoffbedürftigen Kohlsorten besonders gut.

Ist diese Lebensgemeinschaft mal in Fahrt gekommen, produziert sie erstaunliche Mengen Bohnen – mein halbes Beet liefert in der Hochsaison alle zwei bis drei Wochen etwa anderthalb Kilo.

Für den Bohneneintopf, oder den Bohnensalat, braucht es natürlich auch noch Zwiebeln – ein paar frühe Zwiebeln gibt es auch schon im Beet nebenan…

Auch Zwiebeln werden bereits seit der Steinzeit kultiviert – ja, im Prinzip hätte dieser Blogeintrag also ebensogut schon vor 5000 Jahren geschrieben sein können. Nicht in dieser Form und Sprache vielleicht, aber am Inhalt hat sich seitdem wahrscheinlich nicht viel geändert.

Vielleicht ist es belanglos darüber zu schreiben, dennoch finde ich es faszinierend wie diese Kulturpflanzen und deren Zubereitung und Verzehr uns nicht nur mit unseren steinzeitlichen Vorfahren, sondern auch mit allen Zeitgenossen rund um die Welt verbinden.

Wir machen das alle gleich – und haben es schon immer so gemacht. Natürlich gab und gibt es immer wieder Variationen und Spezialitäten, aber die grundlegenden Zutaten zum Menschsein waren und sind immer und überall dieselben.

Elementare menschliche Kultur. Traditionen, die so verbreitet sind und so alt dass sich niemand mehr daran erinnert wer eigentlich damit angefangen hat – oder wann und wo.

So wie das Brotbacken…eine Selbstverständlichkeit, beinahe schon so was wie ein Synonym für Homo Sapiens – eigentlich könnte es statt „verständiger Mensch“ auch „Brot backender Mensch“ heißen.

Mal wieder Nina’s Favoriten: kräftig mit grobem Roggenmehl und Sonnenblumenkernen

Von Dinosauriern

Zu den vielseitigsten und interessantesten Bestandteilen der menschlichen Speisekarte zählen die Dinosaurier.

Zum einen haben sie eine faszinierende Entwicklungsgeschichte, die etwa parallel mit unserer eigenen – also der der Säugetiere – verlief, mit vielen Berührungspunkten und Ähnlichkeiten. Das Wechselspiel dieser beiden Gruppen von Landwirbeltieren reicht über zweihundert Millionen Jahre zurück.

Für menschliche Sinne sind die heute lebenden Arten besonders auffällig, und ihre Lebensweise und ihr Verhalten deshalb eine unerschöpfliche Quelle von Faszination, Legenden und Inspiration. Zudem zählen einige von ihnen zu den intelligentesten Bewohnern dieses Planeten.

Zum anderen sind sie aber auch in einer schier endlosen Zahl von Speisen vertreten – und zwar nicht nur die Tiere selbst, sondern auch ihre Eier.

Die Dinosaurier die diese Eier produzierten sind Hühner, die im Garten einer Nachbarin ein Stück die Straße hinunter leben. Interessanterweise sehen die Hennen eigentlich alle gleich aus – trotzdem haben die Eier eine erstaunliche Farbvielfalt.

Das ist natürlich rein äußerlich – als Frühstück taugen sie alle gleich gut.

Und wer dabei an den mächtigen Tyrannosaurus denkt, liegt gar nicht so falsch 🙂

Vielbeiniger Nachwuchs

Beim Heumachen fiel mir ein Grasbüschel auf dessen Blätter irgendwie zusammenklebten. Als ich es anhob, war meine Hand plötzlich von hunderten kleiner schwarzer Punkte übersät – die dann aber ebenso schnell wieder verschwanden ohne dass ich gleich erkennen konnte wie oder wohin.

Beim näheren Hinsehen dann:

Das Bild hier ist stark vergrössert – sie sind eigentlich nicht mal zwei Millimeter groß. Aber auch trotz der Vergößerung kann ich nicht erkennen zu welcher Spinnenart der Nachwuchs gehört.

Unglaublich wie schnell die Kleinen rennen können!

Glühende Bohnen

Nein, das ist kein Tippfehler. Die Rede ist vom Abendessen, und da gibt es heute einen Bohnensalat – hier das Rezept:

Man nehme:

  • ca. 400g schwarze Bohnen (vorgekocht und abgespült)
  • eine rote Zwiebel
  • zwei Knoblauchzehen
  • eine rote Paprika
  • eine Handvoll Tomaten
  • eine Hot Chili (z.B. Habanero)
  • frisch gehackte Koriander und Petersilie

Also in etwa so:

Die Zutaten für den Salat

Für das Dressing benötigt man außerdem:

  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL fein gemahlenen Kreuzkümmel
  • ½ – 1 gestr. TL Salz
  • schwarzen Pfeffer aus der Mühle

Die Zwiebel und der Knoblauch werden geschält und grob gehackt. Paprika und Tomaten werden kleingeschnitten, die Kräuter ebenfalls. Dann kommt alles in die Schüssel mit den Bohnen.

Wer hier – so wie ich – Habanero oder ähnliches verwendet, der sollte erst einmal die Schärfe testen. Mir genügt heute etwa ein Drittel der Schote. Diese wird fein gehackt und kommt ebenfalls in die Schüssel.

Fertig geschnitten und gehackt.

Für das Dressing mischt man das Olivenöl gründlich mit dem Salz und dem Kreuzkümmelpulver, und verteilt das ganze einfach gleichmässig über das Gemüse in der Schüssel.

Dazu noch einige Runden schwarzen Pfeffer aus der Mühle, und dann alles gut durchmischen.

Guten Appetit!

Hat optisch ein bisschen was von glühenden Kohlen – und hat man sich beim Chili verschätzt, trifft das auch auf das Geschmackserlebnis zu. Macht aber nichts – ich verschätze mich jedesmal, und es kommt trotzdem gut an.

Mein Tipp dazu: nicht solo essen, sondern mit Brot, oder zumindest ein Glas Milch in Reichweite haben.

Es empfiehlt sich ausserdem in der nächsten Nacht ein paar schwere Steine auf die Bettdecke zu legen um ein versehentliches Davonschweben zu verhindern 😉 Wer leicht Abgasprobleme bekommt, sollte diesen Salat entweder überspringen, oder aber viel öfter essen!

Na denn – viel Spaß!

Heisse Luft

Wie ein gigantisches Gebläse befördert ein Sturmtief über dem Nordmeer heisse, trockene Luft aus Afrika zu uns. Auf ihrem Weg über West- und Mitteleuropa hat sie sich schon ein wenig abgekühlt, aber trotzdem ist es ungewöhnlich warm.

Fünf Grad über Normal

Wenn man seine Kleidung nicht ablegen kann, schmeisst man sich am besten in den Schatten und lässt das Blut durch die langen Ohren zirkulieren damit es in der leichten Briese kontinuierlich gekühlt wird:

Kühlaggregate für Pelzträger

Im Schatten der großen Teichrosenblätter bleibt das Wasser kühl, und so das Wetter für Fische und andere Wassertiere erträglich:

Sonnenschirme für Wassertiere: die Teichrose bedeckt fast die gesamte Wasseroberfläche

Manche Gartenbewohner freuen sich aber über das warme Wetter, und klettern hoch hinaus um möglichst viel Sonne abzubekommen:

Ein Bauwerk, drei Architekten: Mensch, Spinne und Clematis – perfekt kombiniert

Auch den Erbsen scheint das Wetter richtig gut zu tun…

Wärmetolerante Sonnenlichtesser: Erbsen halten viel aus, und sind ungemein produktiv

Hochsommer

Die Sonne hat ihren höchsten Stand inzwischen überschritten, die Nächte werden ganz allmählich wieder länger – und die Gartensaison geht nun vom Blattwerk zu allerlei Früchten über.

Vorfreude auf Tomaten

Noch sind die Tomaten grün, hier braucht es noch Geduld. Aber die Vorfreude auf einen saftig-frischen Tomatensalat lässt einem trotzdem schon mal das Wasser im Mund zusammenlaufen…

Gurke im Werden

Gurken wird es aller Voraussicht nach reichlich geben – und das ist auch gut so, denn unsere Vorräte an eingelegten Gurken sind nach der aufgrund der Trockenheit im letzten Jahr weitgehend ausgebliebenen Ernte ziemlich zusammengeschrumpft.

Kohlrabi kurz vor der Ernte

Auch der Kohlrabi wächst in diesem Jahr wieder besser.

Die Johannisbeeren sind sehr zuverlässig – im zeitigen Frühjahr als wesentliche Nahrungsquelle für die Sandbienen, und im Hochsommer als Genuss für uns und allerlei Vogelvolk.

Die Trockenheit haben sie mit reduziertem Wachstum beantwortet, aber nun treiben sie wieder aus. Das geht natürlich ein wenig zu Lasten der Fruchtmenge, aber wir können uns trotzdem auf ein paar prickelnde Desserts freuen:

Rote Johannisbeere kurz vor der Ernte

Die Definition des Hochsommers sind aber immer noch diese Kerlchen:

Süss, saftig, hocharomatisch – und ausgeprochen kurzlebig: Erdbeeren

Erdbeeren sind ein flüchtiges Erlebnis – sind sie reif, muss man sich beeilen, denn die Schlange erwartungsvoller Konsumenten ist lang: Ameisen, Schnecken, Würmer, Vögel, Schimmelpilze und Bakterien…und wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Erdbeeren reifen superschnell, von hellgrün zu dunkelrot dauert es nur ein paar Stunden, und wenn man dann nicht zugreift, sind sie ganz schnell unbrauchbar.

Aber selbst wenn man sie rechtzeitig ergattert – haltbar sind sie nicht. Die einzigen Alternativen sind sie frisch zu verbrauchen oder…na ja, sie frisch zu verbrauchen. Sonst verlieren sie ihr fantastisches Hochsommer-Aroma.

Natürlich darf man beim „Verbrauchen“ durchaus ein bisschen Fantasie hinzufügen…oder auch Eis 😉

Erdbeer-Tartelettes – nur heute frisch, nicht haltbar.

Palastgarde

Die Kreuzspinnen sind zurück.

Kreuzspinnen mögen in den Augen vieler Menschen keine besondere Zierde sein – aber in dieser generell von Mücken geplagten Gegend ist ihre Anwesenheit ein Segen.

Ich zähle elf von ihnen rund um die Terrasse, an allen strategisch wichtigen Stellen. Vermutlich sind es noch ein paar mehr in der Clematis, die ich nicht gleich entdecken kann. Sämtliche Einflugbahnen sind belegt.

Die achtäugigen Palastwachen sind ständig mit Festnahmen beschäftigt, gegen elf Uhr abends hängen die Netze ziemlich voll mit eingewickeltem Ungeziefer.

Der Effekt ist spürbar – besonders am Abend. Jenseits der Netze wird man sofort von den blutsaugenden Horden angegriffen, aber innerhalb der Barriere…nichts, alles ruhig.

Goldfisch

Da ich einen See quasi vor der Haustür habe, gehört die gelegentliche Angeltour zum Standardprogramm. Es ist schon ziemlich spät im Jahr – schon fast Midsommar, die Saison hat längst begonnen!

Die Spezialität unseres Sees ist der Zander.

Zander sind nicht ganz einfach zu fangen – sie sind argwöhnisch und vorsichtig. Sie verfolgen ihre Beute (bzw. meinen Köder) erst eine Weile bevor sie zuschnappen – aber selbst wenn sie zubeissen, tun sie das oft nur halbherzig – um im Zweifelsfalle ganz schnell wieder loslassen zu können.

Aber zunächst einmal muss man sie finden, und das fordert schon ein wenig Geduld. Nach drei Stunden war es heute soweit.

Langsames, mühsames Einholen der Leine. Bis sie an die Oberfläche kommen, ziehen Zander einfach nur stur in die andere Richtung – ohne viel Gezappel, aber mit viel Kraft. Fühlt sich an als würde man einen Sack Kartoffeln hochziehen.

Irgendwann blinkt es dann in der Tiefe – Gold!

Zander, frisch gefangen

Ein bisschen mehr als ein halber Meter, und gute anderthalb Kilo Lebendgewicht – also im Durchschnitt, und ausreichend für eine Vier-Personen-Mahlzeit.

Zanderfilets sind grätenfrei, zart und saftig – eine Delikatesse. Ihre Herstellung ist ziemlich einfach.

Zuerst wird der Fisch abgeschuppt, ausgenommen und gründlich gewaschen.

Beim Ausnehmen finde ich eine Rotfeder im Magen, knapp angedaut. Das ist nicht unwesentlich – denn ein erfolgreicher Raubfisch mit gutem Appetit ist in der Regel gesund.

Die Organe sehen ebenfalls normal aus, und äusserlich finde ich ausser meinen Schnitten keine Hautveränderungen oder andere Auffälligkeiten. Das Fleisch ist zartrosa, fest und gleichmässig, die Kiemen frei und dunkelrot ohne Besonderheiten.

Ausgenommen und abgeschuppt, küchenfertig

Wie genau man schneiden muss um die Filets zu erhalten, dazu gibt es reichlich Anleitungen – und zwar verschiedene. Ich bin kein Profi, aber meine Methode funktioniert auch.

Ich schneide hinter den Kiemendeckeln rundum bis auf die Wirbelsäule ein, verlängere dann den Bauchschnitt auf beiden Seiten der Afterflosse bis zur Schwanzflosse. Dann zwei tiefe Längsschnitte auf beiden Seiten der Rückenflossen – bis zur Wirbelsäule (die ist etwa in der Mitte des Fisches, also so tief).

Anschliessend kann man vom Rücken her die andere Hälfte der Filets einfach mit ein paar Längsschnitten von den Rippen schälen, und voilà:

Zanderfilets

Die Haut belasse ich – auf ihr werden die Filets später gebraten. Man kann sie auch entfernen, aber das ist eine ziemliche Sysiphusarbeit und verbessert eigentlich nichts.

Dann wasche ich die Filets noch einmal, und teile sie in portionsgerechte Stücke.

Filetstücke, pfannenfertig

Bei wild gefangenem Süsswasserfisch – wie bei allem wild gefangenen oder gesammelten Essen – gibt es ein paar Regeln hinsichtlich Gesundheit und Hygiene zu beachten.

Zum einen sollte der Fisch natürlich keine deutlich erkennbaren Anzeichen von Krankheiten aufweisen. Ein genaues Anschauen von aussen und innen (wie oben beschrieben) ist also ganz wichtig.

Zum anderen muss man davon ausgehen dass der Fisch Träger von Parasiteneiern bzw. -larven ist (Bandwurm, beispielsweise) – auch wenn man sie aufgrund ihrer Winzigkeit nicht sieht. Das ist völlig normal, und an sich kein Hindernis für den Verzehr.

Entsprechend gilt es, bis zur sicheren Zubereitung den Fisch erstmal von anderen Lebensmitteln getrennt zu hantieren – und Geschirr und Werkzeuge nach Gebrauch gründlich zu reinigen. Händewaschen nicht vergessen, und nicht nebenher essen oder trinken!

Ausserdem sollte man den Fisch nicht roh essen – sondern prinzipiell entweder durchgaren (sollte 70°C für 2min erreichen), oder für mindestens 10 Stunden bei -8°C oder kälter einfrieren. Das macht den Parasiteneiern den Garaus, und anschliessend ist der Fisch verzehrbereit.

Ein Rezept für den Zander gibt’s vielleicht ein anderes Mal, die Filets gehen jetzt nämlich erstmal in den Gefrierschrank.

Trompetenstich

Der neue Gartenschlauch kann nicht mehr abknicken…

…und beherrscht sogar komplizierte Seemannsknoten!

Beeindruckendes und unterhaltsames Produkt.

Mann über Board

Die Uhren stehen still. Eine liebende Seele ist tief besorgt über ihren Großmeister der Schatten.

Werde schnell wieder gesund!